Fieber

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Fieber

Als Fieber gilt eine Körpertemperatur ab 38,2 °C*. Vielfach ist schon ab 38 °C von Fieber die Rede.

Bleibt das Fieber länger als drei Wochen bestehen, die Ursache jedoch unerkannt, handelt es sich um Fieber unklarer Herkunft.

Das Fieber ist ein Zustand erhöhter Körperkerntemperatur, der meistens als Begleiterscheinung der Abwehr gegen eindringende Viren, lebende Mikroorganismen oder andere als fremd erkannte Stoffe auftritt, sowie als Begleiterscheinung bei bestimmten, insbesondere bösartigen Tumoren, Traumata oder seltener im Rahmen anders verursachter Entzündungsvorgänge vorkommt.

Die hiermit verbundenen Vorgänge beruhen auf komplexen physiologischen Reaktionen, zu denen unter anderem eine pyrogenvermittelte, vom Organismus aktiv herbeigeführte, geregelte und begrenzte Erhöhung der Körperkerntemperatur gehört. Letztere entsteht infolge einer Temperatursollwertänderung im hypothalamischen Wärmeregulationszentrum. Fieber ist damit ein Beispiel für eine regulierte Änderung der Homöostase.

Symptome

  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • empfindliche Reaktion auf helles Licht
  • empfindliche Reaktion auf laute Geräusche
  • Durstgefühl
  • Schweißausbrüche
  • glänzende Augen
  • heiße und trockene Haut
  • belegte und trockene Zunge
  • Appetitlosigkeit
  • Schüttelfrost
  • Verstopfung
  • Unruhe
  • Verwirrtheit
  • Halluzinationen
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • beschleunigte Atemfrequenz

Grundsätzlich sinnvoll

Fieber hat zahlreiche Ursachen. Als typisches Symptom einer Infektion signalisiert es oft, dass das Immunsystem sich gerade verstärkt mit einem Krankheitserreger oder Entzündungsfaktor beschäftigt. Dabei bildet der Körper eine ganze Menge Abwehrstoffe.

Einige davon, sogenannte Pyrogene, erzeugen Fieber. Wichtige Abwehrreaktionen verlaufen bei höheren Temperaturen beschleunigt ab. Insofern ist Fieber im Prinzip eine sinnvolle Reaktion des Körpers.

Das Wichtigste auf einen Blick

Als Fieber gilt eine Körpertemperatur ab 38,2 °C*. Vielfach ist schon ab 38 °C von Fieber die Rede. Bleibt das Fieber länger als drei Wochen bestehen, die Ursache jedoch unerkannt, handelt es sich um Fieber unklarer Herkunft.

(*rektal (im Po) gemessen)

Der Verlauf der Temperatur bei Fieber kann bei Patienten, die schon einige Tage Fieber haben, einen wichtigen Hinweis auf die Ursache des Fiebers liefern. Es gibt zum Beispiel Erkrankungen, die eine charakteristische Fieberkurve zeigen. Dabei kann die Temperatur des Körpers langsam über mehrere Tage hinweg oder innerhalb eines Tages schnell ansteigen.

Körpertemperatur – Werte zur Orientierung*

  • Normal: 36,5 °C bis 37,4 °C (Kinder: 36,5 °C bis 37,5 °C)
  • Erhöht: 37,5 °C bis 38,1 °C (Kinder: 37,6 °C bis 38,4 °C)
  • Fieber: über 38,2 °C (Kinder: ab 38,5 °C; Säuglinge < drei Monaten: ab 38 °C)
  • Hohes Fieber: ab 39 °C
  • Extrem hohes Fieber (Hyperpyrexie): über 40 °C

Temperaturen im Zwischenbereich (37,5 bis 38,0 °C) und leichtes Fieber treten häufig auf bei:

  • Endokarditis lenta (subakute Form der Herzklappen- und Herzinnenhautentzündung)
  • Nierenbeckenentzündung
  • Tuberkulose
  • Hodgkin-Lymphom, Non-Hodgkin-Lymphom und andere Tumore des Immunsystems
  • Arzneimittel-Fieber
  • Tumore in Magen und Darm
  • Hypernephrom (bösartiger Nierentumor)
  • Kollagenosen (Erkrankungen des Bindegewebes)
  • Lungenembolie (Verschluss einer oder mehrerer Lungenarterien)
  • Vaskulitiden (Entzündungen der Blutgefäße)
  • und weiteren verschiedenen Infektionen

Wann zum Arzt?

Für Säuglinge bis drei Monate gilt: Bei einer Körpertemperatur ab 38 °C sicherheitshalber den Kinderarzt hinzuziehen. Ein Kleinkind unter zwei Jahren sollten die Eltern zum Arzt bringen, wenn es länger als einen Tag Fieber hat.

Ältere Kinder und Erwachsene sollte ein Arzt bei Fieber ab 39 °C oder bei Fieber, das länger als zwei Tage anhält oder wiederholt auftritt, untersuchen und behandeln. Wie dringlich der Arztbesuch ist, hängt immer vom Einzelfall, von den Beschwerden und wie man sich insgesamt fühlt, ab.

Temperaturen über 38,5° C treten zum Beispiel auf bei:

  • Allergien
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • rheumatologische Erkrankungen, wie zum Beispiel Fibromyalgie, Morbus Bechterew und rheumatoide Arthritis
  • entzündlichem Befall des Dickdarms (Colitis ulcerosa)
  • alkoholbedingte oder chronische Hepatitis
  • Kollagenosen
  • Vaskulitiden
  • Nebenschilddrüsenüberfunktion
  • Hormonstörungen
  • Thrombose
  • Schlaganfall
  • Epilepsie
  • Tumore
  • Infektionen

Was tun?

Bei Temperaturen über 39 °C (eine feste Regel gibt es nicht) kann man kurzfristig versuchen, das Fieber, vor allem wenn es sehr beeinträchtigend ist, mit Wadenwickeln oder mit dem Arzneistoff Paracetamol zu senken.

Wichtig

Bei Frösteln oder Frieren, kalten Händen und Füßen keine Wadenwickel anlegen. Gelenke frei lassen. Die Temperatur darf um etwa ein Grad sinken.

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