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Bauchschmerzen

Symptome, Ursachen und Behandlung

Meistens sind die Auslöser von Bauchschmerzen harmlos und bald gefunden: eine üppige Mahlzeit, ein Gläschen zu viel am Abend, die Menstruation.

Manchmal war es eine verdorbene Speise oder es ist die „Magen-Darm-Grippe“, etwa wenn Erbrechen und Durchfall dabei sind. Machen diese Beschwerden auch im näheren Umkreis die Runde, ist das ein starkes Verdachtsmoment für einen Magen-Darminfekt.

Bauchschmerzen – Kurzübersicht

Ursachen

So unterschiedlich sich Bauchschmerzen äußern können, so vielfältig sind auch die Ursachen. Je nachdem, wo sich die Schmerzen bemerkbar machen (Oberbauch, Unterbauch, gesamter Bauch), kann man die Ursache näher eingrenzen.

Oberbauchschmerzen

Schmerzen im Oberbauch können von einem der dort liegenden Organe ausgehen. Dazu zählen Magen, Zwölffingerdarm, Leber (rechts), Gallenblase (an der Unterseite der Leber), Milz (links hinter dem Magen) und Bauchspeicheldrüse (eher mittig hinter dem Magen). Auch andere Organe wie Herz oder Lunge können der Auslöser für Oberbauchschmerzen sein. Die wichtigsten Ursachen für Oberbauchschmerzen sind:

Unterbauchschmerzen

Bauchschmerzen unterhalb des Nabels gehen oft vom Darm aus. Aber auch Erkrankungen des Harntraktes sowie gynäkologische Probleme können für Unterbauchschmerzen verantwortlich sein.

Schmerzen im gesamten Bauch

Selten kann man die Bauchschmerzen ganz genau orten – meistens breiten sie sich über den ganzen Bauch aus. So kann schon eine gewöhnliche Verstopfung Bauchschmerzen verursachen. Doch auch andere Faktoren und Erkrankungen können hinter Schmerzen im gesamten Bauch stecken.

Akuter Bauch (Akutes Abdomen)

Verschiedene der oben genannten Ursachen für Bauchschmerzen können bei schwerem Verlauf zu einem „Akuten Bauch“ (Akutes Abdomen) führen: Dabei ist der Bauch verhärtet und aufgebläht sowie stark druckschmerzhaft. Ein akutes Abdomen ist immer ein medizinischer Notfall! Mögliche Ursache für ein akutes Abdomen sind zum Beispiel Darminfarkt, Darmverschluss, Eileiterriss bei Eileiterschwangerschaft, Bauchfellentzündung sowie der Durchbruch eines Magen-Darm-Geschwürs oder eines entzündeten Blinddarms.

Bauchschmerzen bei Kindern

Kinder können meist erst ab dem Grundschulalter genau sagen, wo sie Schmerzen haben. Vor allem Kleinkinder können Schmerzen noch nicht richtig orten und zeigen zum Beispiel auch bei Hals- oder Ohrenschmerzen auf den Bauch als Ursache. Zur Sicherheit sollten Eltern immer wiederkehrende Bauchschmerzen bei ihrem Kind vom Arzt abklären lassen. Möglicherweise steckt eine zu behandelnde Erkrankung beziehungsweise eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinter.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Gerade zu Beginn der Schwangerschaft haben viele Frauen Unterbauchschmerzen und Krämpfe. Das liegt daran, dass durch das Wachstum des Fötus sich die Gebärmutter und das umliegende Gewebe ausdehnen – meist spürbar als starkes Ziehen. Darüber hinaus verursachen oft Tritte des Babys oder das Liegen auf dem Rücken Bauchbeschwerden. Zudem leiden viele schwangere Frauen unter Verdauungsproblemen wie Verstopfung. Oft helfen in solchen Fällen schon eine Wärmflasche, verdauungsfördernde Tees und das Einnehmen einer bequemen Position, um die Bauchschmerzen zu lindern. In folgenden Fällen ist aber ein Arztbesuch ratsam: wenn die Schmerzen nicht nachlassen wenn die Schmerzen schlimmer sind als üblich wenn die Schmerzen von weiteren Symptomen wie Fieber, Erbrechen, Übelkeit oder Blutungen begleitet werden Manchmal ist die Ursachen der Beschwerden zwar harmlos, zum Beispiel eine einfache Blasenentzündung oder Nierensteine. Es können sich aber auch ernste Komplikationen wie eine Frühgeburt, Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft hinter den Beschwerden verbergen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Bauchschmerzen, die sich anders als sonst äußern und über das übliche Zwicken nach einer kleinen Völlerei oder einem Gläschen Wein zu viel hinausgehen, sollten Sie in jedem Fall ernst nehmen. So sind plötzlich beginnende, heftigste Bauchschmerzen, die im Verlauf auch noch schlimmer werden, immer ein Alarmzeichen. Der Erkrankte nimmt dann meistens eine gekrümmte Position im Liegen ein, da er dabei die wenigsten Beschwerden hat. Das allein ist schon ein Grund, um sofort zum Arzt zu gehen. Treten zusätzlich noch folgende Symptome auf, sollten Sie sofort den Notarzt rufen:

Behandlung

Die Behandlung von Bauchschmerzen richtet sich nach der Ursache, den Umständen und dem Schweregrad der Symptome (siehe auch oben, Abschnitt „Bauchschmerzen: Wann zum Arzt?“). Bei leichten Beschwerden können pflanzliche Präparate und Tees Darmkrämpfe lösen helfen und die Verdauung unterstützen, etwa Pfefferminz-, Kümmel-, Fenchel-, Anistee. Dazu gibt es Rat auch in Apotheken. Wärmeanwendungen – von der Wärmflasche bis zum Kirschkernkissen – können gut tun, solange beispielsweise keine entzündliche Erkrankung wie etwa ein entzündeter Blinddarm vorliegt.

Auch leichte körperliche Bewegung kann den Darm bei leichten Schmerzen „ablenken“. Nehmen Sie kurzfristig leichte Kost zu sich, sofern der Appetit mit macht. Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, bei Fieber auch mehr als die im Allgemeinen empfohlenen rund 1,5 Liter. Selbsthilfemaßnahmen erstmal nur kurzfristig anwenden und bei fortbestehenden oder sich verschlimmernden Beschwerden zügig den Arzt hinzuziehen.

Ungewöhnlich schmerzhafte Regelblutungen und Zyklusanomalien, zum Beispiel Blutungen außerhalb der Regel, gehören vom Frauenarzt abgeklärt.

Beim akuten Bauch kommt es neben der Notfallhilfe auf die Entscheidung der Ärzte an, ob unverzüglich eine Operation angezeigt ist. Achtung: Nehmen Sie keine Schmerzmittel auf eigene Faust ein, essen und trinken Sie vorübergehend nichts mehr, bis der Notarzt entschieden hat, was zu tun ist.

Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung soll sich wenn immer möglich nach der Ursache richten. Im Folgenden sind gängige Arzneimittel zur Behandlung einfacher, nicht-komplizierter Bauchschmerzen dargestellt.

Verdauungsfördernde Mittel:

Antiflatulentien:

Krampflösende Mittel:

Schmerzmittel:

Pflanzliche Arzneimittel: