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Magenschleimhautentzündung

Woher weiß ich dass ich eine Magenschleimhautentzündung habe?

Magenschmerzen, Völlegefühl oder ein aufgeblähter Bauch können Anzeichen für eine Magenschleimhautentzündung sein. Neben Magenschmerzen können auch Übelkeit, Sodbrennen, Aufstoßen oder Appetitlosigkeit auf die sogenannte Gastritis hindeuten.

Was ist eine Magenschleimhaut-Entzündung?

Der Magen ist ein wichtiges Organ im oberen Bauch. Im Magen wird das Essen zerkleinert und durchmischt. Dabei hilft der Magensaft. Er wird von der Schleimhaut im Magen produziert. Die Schleimhaut schützt den Magen vor Krankheitserregern. Trotzdem können Bakterien oder Viren die Schleimhaut reizen. Dann kann sich die Schleimhaut entzünden. Und dann produziert die Schleimhaut manchmal zu viel Magensaft.

Eine Magenschleimhaut-Entzündung kann akut sein. Dann heilt sie schnell wieder. Eine Magenschleimhaut-Entzündung kann aber auch chronisch sein. Dann dauert sie mehrere Wochen oder bleibt für immer.

Symptome

Symptome einer Gastritis

Typisch für eine akute Gastritis sind plötzliche Magenschmerzen. Es zieht, drückt und kneift im Oberbauch unterhalb des Brustbeins. Drückt man von außen auf diese Stelle, verstärken sich die Schmerzen meistens noch. Auch Rückenschmerzen können auftreten. Weitere typische Symptome sind Übelkeit, Appetitlosigkeit, ständiges Aufstoßen, Völlegefühl, aufgeblähter Bauch und manchmal Erbrechen sowie Sodbrennen. Eine akute Gastritis kann chronisch werden.

Von einer chronischen Gastritis bemerken die Betroffenen oft lange nichts. Oder sie haben eher leichte Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Aufstoßen. Langfristig kann die chronische Magenschleimhautentzündung allerdings zu Komplikationen wie einem Magengeschwür, einem Zwölffingerdarmgeschwür oder – selten – sogar Magenkrebs führen. Diese Komplikationen können ihrerseits Symptome verursachen. Die Typ A Gastritis hat in ausgeprägten Fällen eine Blutarmut zur Folge – eventuell erkennbar an Beschwerden wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schwäche.

Was sind die Ursachen einer Magenschleimhaut-Entzündung?

Zu den Ursachen einer akuten Magenschleimhaut-Entzündung gehören zum Beispiel:

  • Bakterien
  • Viren
  • Pilze
  • Medikamente
  • zu viel Kaffee
  • zu viel Alkohol
  • starker Stress

Bei einer chronischen Magenschleimhaut-Entzündung gibt es unterschiedliche Ursachen.

Eine chronische Magenschleimhaut-Entzündung wird in drei Typen eingeteilt:

  • Typ A
  • Typ B
  • Typ C

Bei Typ A liegt wahrscheinlich ein Fehler im Abwehrsystem des Körpers vor. Der Körper bildet Abwehrstoffe gegen den eigenen Magen: Das schädigt die Magenschleimhaut.

Bei Typ B ist Helicobacter pylori die Ursache. Helicobacter pylori ist ein Bakterium. Dieses Bakterium greift die Magenschleimhaut an. Normalerweise überlebt ein Bakterium nicht lange im Magensaft. Helicobacter pylori ist aber ein besonderes Bakterium. Das Bakterium kann sehr lange im Magen überleben.

Bei Typ C sind meistens Medikamente die Ursache der Magenschleimhaut-Entzündung. Manche Medikamente reizen den Magen. Dazu zählen zum Beispiel Schmerzmittel. Sie müssen Schmerzmittel nehmen? Dann sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt. Der Arzt gibt Ihnen alle wichtigen Informationen.

Was tun bei einer Magenschleimhautentzündung?

  • Alkohol regt die Magensäurebildung an und kann die Schleimhaut reizen, deshalb besser darauf verzichten
    Auch Rauchen greift die Magenschleimhaut an, weshalb Sie zumindest während der akuten Phase keine Zigaretten rauchen sollten. Sinnvoller wäre es, insgesamt aufzuhören
  • Da bestimmte Medikamente – insbesondere Schmerzmittel – die Magenschleimhaut angreifen können, sprechen Patienten am besten mit ihrem Arzt über die Wirkstoffe, die sie einnehmen. Manchmal kann es sinnvoll sein, einzelne Medikamente vorübergehend wegzulassen oder durch andere zu ersetzen. Das sollte aber nur in Rücksprache mit dem Arzt geschehen.
  • Kaffee, säurehaltige Fruchtsäfte und scharfe Gewürze meiden, ebenso wie Fettiges, Gebratenes, Geräuchertes und Süßes. Alle können die Magensäurebildung stimulieren

Ernährung bei Gastritis

Während einer akuten Gastritis verschlägt es Patienten oft den Appetit und sie vertragen nur kleine Mengen leichtverdaulicher Kost. Ärzte empfehlen häufig, ein bis zwei Tage sogar nichts zu essen oder eben nur leichte Mahlzeiten. Trinken sollten Erkrankte allerdings normal – vorzugsweise stilles Wasser oder milden Tee. Bei Kräutertees am besten in der Apotheke nachfragen, ob diese bei einer entzündeten Magenschleimhaut geeignet sind.

Je nachdem, wie es den Patienten bekommt, sollten sie wieder mit kleinen Essensportionen starten. Als magenbekömmlich gelten zum Beispiel Lebensmittel wie Haferschleim, Zwieback, geriebener Apfel, gekochter weißer Reis, fettarm zubereitete Suppen oder Kartoffelbrei. Einigen Betroffenen hilft es auch, älteres oder trockenes Brot zu essen. Fettarme Milch und Milchprodukte gelten im Allgemeinen auch als gut verträglich. Allerdings muss jeder für sich selbst herausfinden, was ihm bekommt oder auf was die Beschwerden wieder zunehmen.

Medikamente

Arzneien, die die Magensäure abpuffern oder deren Ausschüttung vermindern, können die Beschwerden lindern. Zugleich kann die Entzündung besser ausheilen. Wichtig: Die Einnahme mit dem Arzt abklären, auch wenn manche Mittel rezeptfrei sind.

  • Antazida puffern die Magensäure ab, wirken aber nur kurz. Dazu gehören zum Beispiel Calcium-, Magnesium- und Aluminiumsalze, die es unter anderem als Kautabletten oder Beutelchen gibt
  • H2-Rezeptor-Blocker (Antihistaminika) drosseln die Magensäureproduktion. Beispiele sind Ranitidin und Cimetidin
  • Protonenpumpenhemmer blockieren die Säurebildung noch stärker. Wirkstoffe sind unter anderem Omeprazol und Pantoprazol
  • Prokinetika wie Metoclopramid, Domperidon oder pflanzliche Mittel lindern Übelkeit und Erbrechen. Zusätzlich kommen krampflösende oder verdauungsfördernde Mittel infrage

Hausmittel

Einigen Menschen, deren Magenschleimhaut entzündet ist, hilft eine angepasste Ernährung, wie im obigen Abschnitt beschrieben. Während manche beispielsweise trockenes Brot essen, setzen andere auf Haferbrei. Manchmal lindert auch eine Wärmflasche oder schon eine wärmende Decke das Unwohlsein. Auch Heilerde ist ein traditionell eingesetztes Mittel, das Magensäure binden soll.

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