Grippe (Influenza)

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Grippe (Influenza)

Als „Influenza“ oder „echte Grippe“ bezeichnet man eine Erkrankung durch das Influenza-Virus. 

Grippe ist – anders als viele Menschen glauben – keine schwere Form der Erkältung. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Grippe 2018/2019: von Symptomen über Ursachen bis Grippe-Schutzimpfung.

Definition

Viele Menschen halten Grippe für eine schwere Form der Erkältung. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Symptome von Grippe tatsächlich nicht von denen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts. Aber was ist Grippe denn nun? Grippe ist eine Atemwegsinfektion, die vom Grippevirus – auch Influenza-Virus genannt – übertragen wird. Grippe kann – im Gegensatz zu den meisten Erkältungen – sehr schwer verlaufen und sogar tödlich enden. Die Grippe sorgte beispielsweise in der Grippesaison 2015/2015 für mehr als 6 Millionen Arztbesuche und mehr als 31.000 Krankenhauseinweisungen. Krankenkassen, Robert-Koch-Institut und medizinische Fachgesellschaften warnen Jahr für Jahr. Nahezu gebetsmühlenartig – und mit bescheidenem Erfolg: Insbesondere Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen.

Häufigkeit

Die Grippewelle 2017/2018 hielt nach Angaben des RKI von Dezember 2017 bis in den April 2018 an. In diesem Zeitraum wurden 332.000 Grippefälle gemeldet. Den RKI-Angaben nach endete die Grippe für mindestens 1.518 Menschen ödlich. Der Großteil der Grippetoten waren ältere Menschen ab 60 Jahren. Die tatsächliche Zahl der Grippeerkrankungen und Grippeopfer liegt aber wesentlich höher, weil längst nicht jede Infektion an das RKI gemeldet wird.

2018 hatte die Grippewelle erst spät an Schwung gewonnen. Besonders stark betroffen waren der Süden und der Osten Deutschlands. Aber auch in der Mitte durfte man sich keinesfalls sicher fühlen. Ärzte aus der Rhein-Main-Region oder das Gesundheitsamt von Frankfurt sprachen zeitweise davon, dass die Grippewelle Krankenhäuser und Arztpraxen an die Grenzen der Belastbarkeit führte.

Nach Angaben des RKI wurden 2018 gut 68 Prozent der Grippeinfektionen durch Influenza-B-Viren aus der Yamagata-Linie verursacht. Daher hatten Menschen, die mit einem Dreifach-Impfstoff gegen Grippe geimpft waren, nur einen sehr gering ausgeprägten Schutz. Vierfach-Impfstoffe schützen hingegen auch vor diesen Influenza-B-Viren. Daher hat die Ständige Impfkommission (STIKO) die Empfehlung für die Grippeschutzimpfung geändert. Die Experten vom Robert-Koch-Institut empfehlen nunmehr, Vierfachimpfstoffe (tetravalente Impfstoffe) zu verwenden.

Während der Grippesaison 2016/2017 hat das Robert-Koch-Institut insgesamt mehr als 112.000 bestätigte Grippeinfektionen registriert. In 662 bestätigten Fällen verlief die Influenza tödlich. Die Dunkelziffer dürfte bedeutend höher liegen. Für die Grippesaison 2014/2015 gehen Experten beispielsweise von mehr als 20.000 Sterbefällen aus. Nicht alle dieser Menschen sterben direkt an der Grippe. Die Infektion schwächt aber so stark, dass andere Erkrankungen zum Tode führen.

Symptome

Typische Symptome einer Grippe sind

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Husten
  • Schnupfen
  • Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Die fallen aber meistens schwerer aus als bei einer Erkältung und dauern länger an. Nach einer Grippe fühlt man sich meist noch längere Zeit müde und abgeschlagen.

Grippe kann kompliziert verlaufen

Aus den mehr oder weniger harmlosen Grippe-Beschwerden entstehen durch Ausbreitung der Viren und zusätzlichen Bakterienbefall nicht selten ernsthafte Erkrankungen. Das sind unter anderem Mandelentzündung, Mittelohrentzündung und Nebenhöhlenentzündung.

Gefürchtete Komplikationen sind Lungenentzündung und Hirnhautentzündung. Diese Komplikationen sind für die meisten tödlichen Verläufe der Grippe verantwortlich. Besonders gefährdet sind ältere und geschwächte Menschen.

Jüngste Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren sowie junge Erwachsene (bis 25) neuerdings überproportional oft eine Grippe haben.

Ursachen

Grippe wird durch Influenzaviren hervorgerufen. Da diese Viren sich ständig verändern, ist man nach einer überstandenen Grippe nicht immun gegen weitere Infektionen, wie dies bei anderen Viruserkrankungen der Fall ist. Die rasche Veränderlichkeit der Grippeviren ist auch der Grund, weshalb eine Grippe-Schutzimpfung immer nur für die laufende Saison wirkt.

Im Oktober beginnt die Grippesaison

Erkältungen und Grippe sind von Oktober bis März besonders häufig. Das hat aber nur wenig mit Kälte und Schmuddelwetter zu tun. Eine viel größere Rolle spielt die Lufttrockenheit. Grippeviren überleben in trockener kühler Luft deutlich länger als in Wärme oder bei hoher Luftfeuchtigkeit. Daher vermehren sie sich in den Wintermonaten schneller als zu anderen Jahreszeiten. Gleichzeitig haben Grippeviren im Winter leichteres Spiel, über unsere Schleimhäute in den Körper einzudringen. Denn durch das raue Winterwetter sowie durch Heizungsluft sind die Schleimhäute weniger belastbar und trockener als zu anderen Zeiten. Außerdem halten wir uns in den kalten und feuchten Monaten öfter in geschlossenen Räumen auf. Das vergrößert das Risiko für Tröpfchen- und Schmierinfektionen mit dem Grippevirus ganz erheblich (siehe auch Ursachen).

Übertragung von Grippeviren

Übertragen wird die Grippe durch Tröpfcheninfektion. Das heißt, man atmet die Viren ein, die von einer infizierten Person beim Husten oder Sprechen in die Luft gelangen. Trockene Raumluft in geheizten Räumen begünstigt die Übertragung.

Eine weitere Übertragungsmöglichkeit ist die Schmier- oder Kontaktinfektion. Die Viren gelangen sehr leicht mit kleinsten Mengen Nasensekret oder etwas Feuchtigkeit von der Hand, die man sich beim Husten vor den Mund gehalten hat, auf Tassen oder Türklinken. Und werden dann über die Hände auf die eigene Schleimhaut übertragen. Eine der häufigsten Infektionsquellen ist folgerichtig der Händedruck.

Behandlung

Bei schweren Grippe-Symptomen sollten Sie zum Arzt gehen. Das gilt vor allem für Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder und ältere geschwächte Menschen oder Personen mit eingeschränktem Immunsystem. Außerdem ist ein Arztbesuch anzuraten bei Hinweisen auf Komplikationen. Also beispielsweise bei hohem Fieber, Atemnot, Ohrenschmerzen oder einer stark geröteten Rachenschleimhaut als Hinweis auf eine Halsentzündung.

In den ersten 48 Stunden einer Grippe lassen sich die Beschwerden mit Medikamenten dämpfen. Für den Fall einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kann der Arzt ferner Antibiotika verordnen. Zur Behandlung der Grippe-Symptome wie Fieber, Husten, Schnupfen und Schmerzen kann Ihr Arzt freiverkäufliche Medikamente und Hausmittel empfehlen.

Einer Studie zufolge kann der antivirale Wirkstoff Tamiflu die Grippedauer um einen Tag verkürzen.

Selbsthilfe und Hausmittel gegen Grippe

Hausmittel gegen Grippe und frei verkäufliche Medikamente können die Symptome deutlich lindern. Insbesondere für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen ist eine ausschließliche Selbstbehandlung von Grippe aber keineswegs empfehlenswert. Das gilt vor allem, weil Grippe nicht immer als Grippe erkannt wird, sondern wegen der so sehr ähnlichen Symptome mit einer Erkältung verwechselt wird.

Vorbeugung

Den besten Schutz vor Grippe bietet eine Schutzimpfung. Dazu gleich mehr. Für alle, für die eine Impfung auf keinen Fall infrage kommt oder nicht möglich ist, empfiehlt sich vor allem der Schutz vor Schmier- und Tröpfcheninfektionen. Eines der wichtigsten Mittel dazu: regelmäßiges Händewaschen.

Schmierinfektionen vermeiden

Nahezu allen Schmierinfektionen mit dem Influenzavirus geschehen über die Hände. Die Viren gelangen beispielsweise beim Schneuzen oder Husten auf die Hand, von dort auf Türklinken oder Tassen – und zu anderen Menschen.

Tröpfcheninfektionen vermeiden

Das Risiko für Tröpfcheninfektionen während einer Grippewelle lässt sich am einfachsten mindern, indem man größere Menschenansammlungen meidet. Das gilt weniger für Außenveranstaltungen, als vielmehr für Räume mit trockener Luft. Trockene Luft und trockene Schleimhäute erhöhen das Ansteckungsrisiko nämlich ganz erheblich. Einen gewissen Schutz bieten Atemmasken, wie sie in den Großstädten Asiens auch in Kinos oder Kaufhäusern häufig zu sehen sind.

Keine Grippeviren verteilen

Die wichtigste nicht medikamentöse Vorbeugungsmaßnahme besteht darin, bei Grippe im Bett zu bleiben und sich auszukurieren. Ein beträchtlicher Teil der Grippeinfektionen ist darauf zurückzuführen, dass kranke Menschen zur Arbeit oder zum Sport gehen. Und dort viele andere Menschen der Ansteckungsgefahr aussetzen. Spätestens beim Einsetzen der ersten Grippesymptome sollten Sie sich und Ihren Lieben den Gefallen tun, die Grippe nicht noch weiter zu tragen, als sie mit der Grippewelle ohnehin schon gelangt.

Impfschutz

Der Impfschutz der Grippeimpfung lässt sich leider nicht genau vorhersagen. Das liegt unter anderem daran, dass die Grippeviren sich in der Zeit zwischen Produktion des Impfstoffes und Beginn der Grippewelle verändert haben können. Außerdem spielt das Immunsystem des Geimpften eine wichtige Rolle bei der Abwehr der Grippeviren. Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass die Impfung etwa die Hälfte der Infektionen verhindern dürfte, manchmal mehr, selten weniger. Gleichzeitig sorgt die Impfung in fast allen Fällen dafür, dass Grippeinfektionen deutlich schwächer ausgeprägt verlaufen.

Impfschema

Für die Grippeimmunisierung ist die einmalige Impfung ausreichend. Der Impfschutz setzt zwischen 10 und 14 Tagen nach der Impfung ein. Der ideale Zeitpunkt liegt im Oktober oder November. Die Grippeschutzimpfung lohnt sich aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt einer Grippewelle, insbesondere bei einem individuell erhöhten Risiko.

Impfverbote

Nicht impfen sollten sich Menschen mit Fieber und schweren akuten Infektionen. Die Grippe-Impfstoffe werden auf Hühnereiweiß kultiviert und enthalten daher entsprechende Spuren. Bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß sollte die Impfung daher individuell mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Lebendimpfstoffe dürfen auch nicht bei geschwächtem Immunsystem (Immundefizienz) oder schwerem Asthma verabreicht werden.

Nebenwirkungen der Grippeimpfung

Typische Nebenwirkungen der Grippeimpfung beschränken sich in aller Regel auf lokale Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötungen, Juckreiz, Schwellungen oder Brennen. Gelegentlich verursachen Lebendimpfstoffe aus abgeschwächten Influenzaviren erkältungsähnliche Symptome mit Schnupfen, Fieber, Frösteln, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen.

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