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Schnupfen

Symptome, Ursachen & Behandlung

Rhinitis ist der medizinische Fachausdruck für Schupfen. Das "itis" am Ende deutet darauf hin, dass es sich um eine Entzündung handelt. Sie geht meistens mit einer erhöhten Absonderung von Nasensekret einher. Dazu gesellt sich der unangenehme Niesreiz.

Was verursacht einen Schnupfen?

Die häufigste Ursache für den akuten Schnupfen ist die Virusinfektion. Zu den Viren, die einen Schnupfen verursachen können, zählen Influenza-, Parainfluenza-, Adeno-, RS-, Korona-, ECHO- und COX-Viren.

Rhino- und Koronaviren sind die häufigsten Auslöser einer akuten Rhinitis. Aber auch Myxo-, Paramyxo-, Echo-, Coxsackie- und Parainfluenza-Viren können einen Schnupfen verursachen.

Wie kann man sich bei Schnupfen anstecken?

Die Viren werden in erster Linie durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen einer Person mit Schnupfen werden große Mengen virushaltigen Aerosols freigesetzt.

Die Infektionsanfälligkeit wird durch Auskühlung einzelner Körperregionen, z.B. des Kopfes oder der Füße, erhöht. Schnupfen tritt daher meist im Zusammenhang mit einer Erkältung auf.

Symptome

Wie lange dauert eine Erkältung mit Schnupfen?

Nach einer Inkubationszeit (Zeitraum der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome) von etwa 2 bis 7 Tagen zeigen sich im Rahmen einer Rhinitis bzw. Erkältung zunächst meist Beeinträchtigungen des Allgemeinbefindens wie Müdigkeit und Kopfschmerzen. In Nase und Nasenrachenraum spürt der Betroffene oftmals ein Brennen oder ein Wundgefühl.

Im nächsten Stadium kommt es zu einer erhöhten Produktion von anfangs wässrigem Nasenschleim sowie zu einer zunehmenden Verstopfung der Nase aufgrund einer Schwellung der Nasenschleimhaut, insbesondere im Bereich der Nasenmuscheln. Das Sekret wird fester und die natürlicherweise in der Nase vorkommenden Bakterien vermehren sich. Dies führt insbesondere am Morgen zu einem grünlichen und zähen Sekret, was aber nicht auf einen bakterielle Zusatzinfektion hinweist. Die übermäßige Produktion von nasalem Sekret hat oftmals eine Entzündung des Naseneingangsbereichs zur Folge.

Die Beschwerden lassen meist nach etwa 1 Woche nach.

Besonderheiten bei Kindern

Aufgrund ihres noch nicht vollständig entwickelten Immunsystems sind Kleinkinder und Schulkinder wesentlich häufiger von Rhinitis betroffen als Erwachsene. Da es zu Entzündungen des Rachens und der Lunge kommen kann, kann ein Schnupfen bei Babys und Kleinkindern schwerwiegender verlaufen.

Liegt ein einseitiger eitriger Schnupfen bei einem Kind vor, so muss immer auch an einen Fremdkörper in der Nase gedacht werden.

Ist Rhinitis, vor allem bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren, in den kühlen Monaten fast ständig vorhanden, muss auch an eine vergrößerte Rachenmandel (Adenoide, „Polypen") als Ursache für die fehlende Ausheilung gedacht werden.

Mögliche Komplikationen

Komplikationen können durch bakterielle Überinfektionen entstehen. Am häufigsten sind Entzündungen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs. Daneben kann es auch zu einer Kehlkopfentzündung sowie zu Luftröhren- und Bronchienentzündungen kommen.

Untersuchung und Diagnose

Um den viralen Schnupfen von einer eventuell behandlungsdürftigen, bakteriellen Infektion abzugrenzen, erfolgt bei Bedarf eine Untersuchung von Rachen und Hals sowie von Nase und Nasennebenhöhlen. Evtl. wird der HNO-Arzt einen Abstrich des Nasensekrets auf Keime überprüfen.

Um abzuklären, ob wiederholter oder anhaltender Schnupfen Folge einer Infektion oder einer allergischen Reaktion ist, befragt der HNO-Arzt den Patienten, seit wann die Beschwerden bestehen und ob Allergien oder Unverträglichkeiten bekannt sind. Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion führt er einen Prick-Test durch.

Hausmittel gegen Schnupfen

Hausmittel gegen Schnupfen

Ein banaler Schnupfen muss normalerweise nicht mit Medikamenten behandelt werden. Meist ist nicht einmal Nasenspray notwendig. Er verschwindet nach ein bis zwei Wochen von allein wieder. Wer die Beschwerden lindern und den Heilungsprozess unterstützen möchte, kann Hausmitteln gegen Schnupfen oder alternative Heilmethode (wie ätherische Öle, Schüßler Salze) versuchen:

  • Halten Sie Ihre Füße warm, zum Beispiel durch Fußbäder mit Rosmarin, Beifuß, Wacholder oder Lavendel. Auch Salz- oder Senfmehlfußbäder sind bei Schnupfen geeignet.
  • Ein bewährtes Hausmittel gegen Schnupfen ist das Löffeln von heißer Hühnerbrühe: Diese bekämpft Entzündungen und lässt die Nasenschleimhaut abschwellen.
  • Wohltuend bei Schnupfen sind Rotlicht-Anwendungen und Halswickel mit Kamille oder Quark.
  • Mit einer Nasenspülung mit Salzlösung können Schnupfen-Patienten unter anderem die Nase reinigen und sie von mit Bakterien besiedeltem Schleim befreien. Verwenden Sie entweder physiologische Kochsalzlösung aus der Apotheke oder eine selbst hergestellte Salzlösung (1 Teelöffel Salz auf einen halben Liter Wasser). So funktioniert die Nasenspülung: Ein Nasenloch zuhalten und mit dem anderen die Salzlösung aus der hohlen Hand hochschnupfen; danach die Seite wechseln. Alternativ kann man sich eine Nasenspülkanne aus der Apotheke besorgen.
  • Bei einem einfachen Fließschnupfen werden Dampfinhalationen empfohlen – entweder mit Kamillen- beziehungsweise Fencheltee oder mit ätherischen Ölen (1 bis 2 Tropfen mit 1 Liter heißem Wasser überbrühen). Geeignet sind zum Beispiel Menthol, Kampfer und Eukalyptusöl. Vorsicht aber bei Kindern: Vor der Anwendung von ätherischen Ölen bei Kindern sollte immer ein erfahrener Therapeut oder Arzt um Rat gefragt werden! Die Öle können Schleimhautreizungen und Atemprobleme verursachen.
  • Bewährte Heilpflanzentees bei Erkältung und Schnupfen sind zum Beispiel Lindenblütentee, Holunderblütentee und Kamillentee (mindestens vier Tassen täglich).
  • Ein vor allem für Kinder geeignetes Schnupfen-Hausmittel ist das Zwiebelpäckchen: Ein Viertel einer Zwiebel klein schneiden und in ein Stoff- oder Papiertuch einwickeln. Das Zwiebelpäckchen in einer kleinen Schale im Kinderbett oder in der Nähe des Bettes platzieren, aber mindestens zehn Zentimeter vom Kopf entfernt. Die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe im Zwiebelduft wirken sekretlösend, entzündungshemmend und leicht antibiotisch.
  • Kindern mit hartnäckigem Schnupfen und stark verstopfter Nase können Sie anstelle von abschwellenden Nasentropfen lauwarmen Kamillentee mit viel Zucker als Tropfen in die Nase geben. Dieser Ratschlag eignet sich natürlich auch für Erwachsene mit Schnupfen.
  • Babys mit verstopfter Nase, die noch gestillt werden, können Sie ein paar Tropfen Muttermilch in die Nase tröpfeln. Sie enthält wichtige Abwehrstoffe und unterstützt das Abschwellen der Nasenschleimhaut.
  • Je nachdem, wie sich der Schnupfen äußert, können Sie eine Behandlung mit verschiedenen Schüßler Salzen versuchen: Wenn sich etwa der Schnupfen mit Niesen und Kribbeln in der Nase ankündigt, die Nase gerötet und empfindlich ist und eventuell auch Fieber auftritt, wird die Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 empfohlen. Zusätzlich kann die Nr. 8 Natrium chloratum in Salbenform dünn mit einem Wattestäbchen in und auf die Nase aufgetragen werden

Vorbeugung

Die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung eines Schnupfens ist die Stärkung des Immunsystems. Niedere Temperaturen im Herbst und Winter können die Körperabwehr schwächen. Dennoch sollte man sich nicht zu warm anziehen und nicht nur heiß duschen, da dies den Körper noch empfindlicher macht. Kalte Güsse, Spaziergänge an der frischen Luft bei jedem Wetter sowie Saunabesuche stärken das Immunsystem.

Menschen, die zu wenig schlafen, sind anfällig für grippale Infekte. Daher sollte man darauf achten, genug Schlaf zu bekommen. Das Schlafbedürfnis ist individuell verschieden, doch bei den meisten Menschen sind etwa 8 Stunden optimal. Nach einer kurzen Nacht sollte man sich zur Erholung ein paar ruhigere Tage einrichten.

Die Psyche hat ebenfalls einen großen Einfluss auf das Immunsystem. Positiver Stress, wie etwa beim Sport, beim Ausüben eines Hobbys oder beim Erlernen neuer Fähigkeiten stimulieren das Immunsystem. Auch ein ausgeglichenes Gefühlsleben stabilisiert die Abwehr.

Eine ausgewogene Ernährung liefert dem Körper die benötigten Bausteine für ein gesundes Immunsystem. Viel Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte und Fisch versorgen den Organismus am besten mit Nährstoffen.

Regelmäßige Bewegung, insbesondere Ausdauersportarten wie Walking, Joggen, Radfahren und Schwimmen unterstützen die Immunabwehr sehr wirksam.

Hygienische Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und Oberflächendesinfektion können die Verbreitung verringern.

Regelmäßige Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung können das Erkrankungsrisiko ebenfalls deutlich senken, besonders wenn sie kurzfristig nach Aufenthalt in Menschenansammlungen (Kaufhaus, öffentl. Verkehrsmittel, ggf. Arbeitsplatz) durchgeführt werden.

Allgemeine Tipps bei Schnupfen

  • Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum, indem Sie zum Beispiel feuchte Handtücher aufhängen oder ein Gefäß mit Wasser plus Kamillentee oder ätherischen Öle wie Eukalyptusöl oder Latschenkiefer auf die Heizung stellen.
  • Halten Sie sich in rauchfreien Räumen auf und lüften Sie regelmäßig.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. So halten Sie das Nasensekret flüssig.
  • Schlafen Sie mit erhöhtem Kopf, das erleichtert das Atmen bei verstopfter Nase.
  • Verzichten Sie auf Sport und anstrengende Arbeiten.
  • Halten Sie sich warm, aber packen Sie sich nicht so fest ein, dass Sie zu schwitzen beginnen.
  • Machen Sie Spaziergänge an der frischen Luft.

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