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Augengrippe

Hochansteckende Infektion mit Adenoviren

Die Augengrippe ist eine hochansteckende Viruserkrankung der Bindehaut, die durch eine Infektion mit den sogenannten Adenoviren hervorgerufen wird. Bei Verdacht auf Augengrippe sollte sofort ein Arzt konsultiert werden, da diese Erkrankung aufgrund ihrer hohen Ansteckungsgefahr meldepflichtig ist.

Ab wann ist die Augengrippe ansteckend?

Die Gefahr einer Übertragung der Adenoviren beginnt mit den ersten Krankheitssymptomen und dauert mindestens zwei Wochen an. Suchen Sie schon bei den ersten Symptomen der Augengrippe einen Augenarzt auf. Aber Achtung! Vor dem Augenarztbesuch informieren Sie immer die Praxis, wenn Sie den Verdacht haben an einer infektiösen Bindehautentzündung erkrankt zu sein. Das Praxisteam kann so Schutzmaßnahmen ergreifen.

Wie bekommt man Augengrippe?

Eine Ansteckung mit den Erregern der Augengrippe erfolgt über eine Schmierinfektion. Die krankheitsauslösenden Viren befinden sich in der Tränenflüssigkeit. Nachdem sich der Betroffene die Augen gerieben hat, gibt es zwei mögliche Wege, wie die Erreger in der Umwelt verteilt werden können:

  • durch direkten Körperkontakt, wie zum Beispiel Händeschütteln
  • indirekt durch Anfassen von Gegenständen in der Umgebung, wie zum Beispiel Türklinken oder Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln

Gerade bei Kleinkindern ist Vorsicht geboten, da sie dazu tendieren, unbedacht sämtliche Gegenstände in ihrer Reichweite anzufassen, wodurch ein höheres Infektionsrisiko für das Kind besteht.

Für Kontaktlinsenträger besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko, da sie sich regelmäßig ins Auge fassen und so die Viren übertragen werden können.

Regelmäßiges Händewaschen ist wichtig

Wie kann ich mich vor Augengrippe schützen?

Obwohl die Adenoviren sehr widerstandsfähig sind und mehrere Wochen auf Gegenständen wie Türklinken überleben können, empfiehlt es sich auf jeden Fall, Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen und -desinfizieren zu ergreifen, um einer Ansteckung mit der Augengrippe und deren Verbreitung vorzubeugen.

Zu beachten ist auch, dass Betroffene während der bis zu zwölf Tage dauernden Inkubationszeit, also vor Ausbruch der Symptome, ansteckend sind.

Wie erkennt man eine Augengrippe?

Symptome

Bei der Konjunctivitis epidemica entwickeln sich zunächst die Symptome einer Bindehautentzündung. Meist gehen die Beschwerden an einem Auge los und greifen ungefähr bei der Hälfte der Patienten innerhalb von einer Woche auf das zweite Auge über. Die Anzeichen für eine Infektion mit Adenoviren und eine Bindehautentzündung sind:

  • Das Auge rötet sich plötzlich
  • Die Bindehaut schwillt ringförmig an
  • Die Lymphknoten, die vor dem Ohr liegen, schwellen an
  • Viele haben das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben (wie Sandkörner)
  • Quälender Juckreiz im Auge entsteht
  • Das Auge tränt
  • Viele verspüren eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und Lichtscheue
  • Das Augenlid schwillt an und hängt aufgrund der Entzündung herab

Darüber hinaus treten häufig folgende Symptome auf:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen

Typisch für die Augengrippe ist ebenfalls, dass die Symptome zunächst nur bei einem Auge auftreten und dann auf das andere übergreifen.

Diagnose: Wie erkennt man eine Augengrippe?

Die Augengrippe ist eine besonders aggressive Form der Bindehautentzündung, die speziell von den Adenoviren ausgelöst wird. Dagegen kann eine gewöhnliche Bindehautentzündung auch bakteriellen Ursprungs sein.

Aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome ist es für Ärzte oft nicht leicht, die Augengrippe eindeutig von einer gewöhnlichen, harmloseren Bindehautentzündung zu unterscheiden.

Eine zu hundert Prozent richtige Diagnose kann daher nur durch einen Abstrich von der Bindehaut gestellt werden. Bei der anschließenden Untersuchung des Abstriches können die Augengrippe erregenden Adenoviren durch den Arzt eindeutig identifiziert werden.

Hausmitteln gegen Augengrippe

Behandlung und Verlauf einer Augengrippe

Eine Augengrippe lässt sich nicht mit Medikamenten behandeln. Jedoch können die Symptome einer Augengrippe durch Augentropfen oder auch Augensalben gelindert werden.

Eine Behandlung mit Antibiotika ist im Gegensatz zur Therapie einer gewöhnlichen, bakteriellen Bindehautentzündung im Fall einer Augengrippe nicht angebracht. Hintergrund ist, dass Antibiotika bei Viren generell wirkungslos sind und den geschwächten Körper durch etwaige Nebenwirkungen zusätzlich belasten würden.

Hausmitteln gegen Augengrippe

Die Anwendung von Hausmitteln kann, genau wie die konventionellen Augentropfen oder Augensalben, lediglich die Beschwerden lindern. In jedem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie selbst Hausmittel zur Linderung der Symptome anwenden. Gängige Hausmittel bei Augengrippe sind das Trinken von Zistrosentee sowie das Auflegen kühler Lappen auf die Augenpartie.

Dauer und Krankschreibung

Die Dauer kann zwischen 10 Tagen und 4 Wochen variieren, danach klingen die Symptome von selbst wieder ab.

Was muss man bei einer Erkrankung beachten?

  • Vermeiden Sie die Augen zu berühren und waschen Sie häufig die Hände
  • Keine Sauna- oder Schwimmbadbesuche während der Erkrankung
  • Kühlende Umschläge können die Symptome lindern

In der Regel wird der Arzt den Patienten für zwei bis drei Wochen krankschreiben. An die Vorgabe des Arztes sollte sich der Betroffene unbedingt halten, um eine Ausbreitung der hochansteckenden Augengrippe zu verhindern.

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