Gesundheitsblog

Was Ihr Haar über Krankheiten verrät

Hormon-Problem, Pilzinfektion, Schilddrüsen-Störung

Ulf Kienecker, Facharzt für Chirurgie und Spezialist für Haartransplantation bei KÖ-HAIR in Düsseldorf, erklärt, welche Krankheiten wir an unseren Haaren erkennen können.

Welcher Mangel bei brüchigen Haaren?

Wie kommt es zu Haarbruch?

Wie kommt es zu Haarbruch?

Kienecker: „Leidet man unter besonders brüchigem Haar, kann ein Mangel an Biotin (Vitamin H) vorliegen. Aber: Auch zu straffe Zöpfe, zu heißes Föhnen oder Glätten oder die falsche Pflege können das Haar brüchig werden lassen.“

Welche Vitamine sind gut für Haare?

Bei Biotin-Mangel helfen spezielle Nahrungsergänzungspräparate aus der Apotheke. Der Haarbruch wird in der Regel schon nach wenigen Wochen nachlassen.

Kienecker: „Verwenden Sie Produkte, die den Bedürfnissen der Haare entsprechen. Überlasten Sie das Haar bitte auch nicht durch häufiges Färben, sehr heißes Föhnen oder Glätten!“

Was hilft am besten gegen Schuppen?

Was ist die Ursache für Schuppen?

Kienecker: „Schuppen – wenn es sich nicht um eine körperliche Veranlagung handelt – können ein Zeichen für Stress sein. Aber auch Erkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Pilzinfektionen können zu vermehrter Schuppenbildung führen!“

Was kann man gegen Schuppen machen?

Kienecker: „Bei normal ausgeprägter Schuppenbildung hilft schon ein Anti-Schuppen-Shampoo, bei starker Schuppenbildung sollte man aber zum Dermatologen. Der soll zunächst einmal abklären, ob es sich um Neurodermitis, Schuppenflechte oder eine Pilzinfektion handelt – und diese entsprechend behandeln.“

Was tun bei glanzlosem Haar?

Was tun bei glanzlosem Haar?

Kienecker: „Das kann auf eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine schlecht durchblutete Kopfhaut mit geringer Fettproduktion hindeuten. Lassen Sie das vom Experten abklären!“

Die besten Mittel gegen stumpfes, glanzloses Haar?

Die richtige Pflege! Bürsten Sie Ihre Haare erst, wenn sie trocken sind! Und um sie zu trocknen, bitte nicht zu heiß föhnen und ein Hitzeschutzspray verwenden! Gewöhnen Sie sich zudem an, Ihr Haar öfter mit einer nährenden Maske zu verwöhnen und benutzen Sie ein Spezial-Shampoo für trockene Haare.



Warum bekomme ich so früh graue Haare?

Warum bekomme ich so früh graue Haare?

Welche Krankheit kann dahinterstecken?

Kienecker: „Wer schon früh – etwa ab dem 40. Lebensjahr – graue Haare bekommt, sollte zum Arzt. Es könnte sich um eine allgemeine Übersäuerung des Körpers oder die Basedowsche Krankheit (Überfunktion der Schilddrüse) handeln.“

Was kann man gegen graue Haare?

Kienecker: „Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, muss diese medikamentös reguliert werden. Graue Haare werden allerdings ihre Farbe nicht mehr verändern. Spezielle Farbshampoos, die blaue Farbpigmente enthalten, können den Grauton abmildern. Ansonsten hilft nur das Färben der Haare. Dies sollte ein Friseur machen, der professionelle Farben verwendet.“

Wie kommt es zu Haarausfall?

Ein vermehrter Haarausfall ist das wichtigste Anzeichen, dass eine körperliche Erkrankung vorliegen könnte. Verliert man über einen längeren Zeitraum mehr als etwa hundert Haare pro Tag, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Generell unterscheiden Experten drei Formen des Haarausfalls:

Die häufigste Form: der erblich bedingte androgenetische Haarausfall (androgenetische Alopezie). Neben der erblichen Vorbelastung können besonders bei Frauen auch hormonelle Schwankungen (Schwangerschaft, Wechseljahre) Gründe dafür sein.

Behandlung: mit speziellen Haarpräparaten, die das Haarwachstum wieder anregen. Nachteil: Beendet man die Anwendung, setzt der Haarausfall wieder ein. Dauerhafte Lösung: Eigenhaartransplantationen. Dabei werden gesunde Haarwurzeln aus dem Hinterkopf in die kahlen Stellen verpflanzt. Nach 12 Monaten ist das Endergebnis vollständig sichtbar und hält ein Leben lang.

Beim diffusen Haarausfall spielen mehrere Faktoren eine Rolle, Ursache können Stress, Eisenmangel, falsche Ernährung, Pilzinfektionen, Schilddrüsenerkrankungen oder auch die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Gerinnungshemmer) sein, genaueres kann nur ein Arzt sagen.

Kienecker: „Manchmal reicht es aus, seine Lebensweise zu ändern (gesünder essen, Stress vermeiden) oder Medikamente – wenn möglich und medizinisch vertretbar – abzusetzen bzw. den Therapieansatz zu ändern. Es ist möglich, dass das Haarwachstum dann recht schnell wieder einsetzt. Wird der Haarausfall allerdings durch eine Schilddrüsenerkrankung ausgelöst, muss diese in jedem Fall der Facharzt ran.“

Behandlung: nur durch einen Facharzt, der in einem ersten Schritt die Ursache feststellt.

Die Ursachen des kreisrunden Haarausfalls (Alopezia Areata) sind bis heute unklar. Es wird aber vermutet, dass eine Fehlsteuerung des Immunsystems ein Auslöser für diese Form des Haarverlusts sein könnte. Sie betrifft übrigens nicht nur den Kopfbereich, sondern den gesamten Körper.

Behandlung: schwierig. Bei manchen Betroffenen setzt das Haarwachstum von selbst wieder ein, häufig verschreiben Ärzte Zinkpräparate oder eine Kortisontherapie.

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