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Todesfälle werden als „verstorben an“ Corona an das RKI übermittelt

18 919 Corona-Todesfälle meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen. Die deutschen Gesundheitsämter registrierten zudem 147 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 125 gelegen. Der bisherige Höchststand von 487 Todesfällen war am vergangenen Mittwoch erreicht worden.

Die Krisenmanager sind alarmiert: „Alle vier Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland an Corona“, warnte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf einer Pressekonferenz am Sonntag.

Woher weiß man, wie viele Todesfälle Corona verursachte?

Fakt ist: Die Verstorbenen werden nicht alle pauschal auf das Coronavirus getestet.

Laut Robert-Koch-Institut können auch Menschen, bei denen das Virus zu Lebzeiten noch nicht festgestellt wurde, post mortem getestet werden. Bedingung: Sie müssen „in Verdacht stehen, an COVID-19 verstorben zu sein“.

Nur, wer unmittelbar vor oder nach dem Tod positiv auf das Virus getestet wurde, geht in die Statistik der Menschen ein, die an oder mit Corona verstorben sind.

Laut RKI muss ein „laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis)“ vorliegen.

Keine Unterscheidung ob an oder mit Corona

Bei der Zahl der Verstorbenen, die täglich genannt werden, ist nicht unterschieden, ob sie an oder mit Corona verstorben sind.

Als „mit Corona“ verstorben können zum Beispiel Menschen gelten, die eine Vorerkrankung hatten und nach einer Infektion starben. Das RKI schreibt dazu: „Es ist in der Praxis häufig schwierig zu entscheiden, inwieweit die SARS-CoV-2 Infektion direkt zum Tode beigetragen hat.“

Darüber hinaus wird in fast allen Bundesländern der vertrauliche Teil der Todesbescheinigung an das Gesundheitsamt gesendet. Dort kann ein Abgleich mit den Meldedaten erfolgen, wenn auf der Todesbescheinigung als Todesursache eine Infektionskrankheit angegeben ist (siehe auch "Was ist beim Umgang mit an COVID-19-Verstorbenen zu beachten?").

Dennoch wird der Unterschied zwischen an und mit Corona verstorben erfasst. Wie das passiert, liegt im Ermessen des zuständigen Gesundheitsamtes. Die meisten Fälle werden als „verstorben an“ Corona an das RKI übermittelt.

Quelle

Robert Koch-Institut
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste_Fallzahlen_Meldungen.html
Absatz: Wie werden Todesfälle erfasst?

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