Corona-Impfung: So wird Deutschland ab Jahresende geimpft

Wenigstens eine frohe Botschaft zum Fest: Die neuen Corona-Impfung böten „die Perspektive auf Normalität in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres“, so Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) am Freitag in Nürnberg an der Seite von Bayerns Regierungschef Markus Söder (53, CSU).

Zur Jahreswende soll auch in Deutschland endlich mit dem Impfen begonnen werden.

Welcher Impfstoff wird in Deutschland zuerst verabreicht?

Der Corona-Impfungdes deutschen Herstellers Biontech aus Mainz soll Ende des Monats zugelassen sein, direkt danach wohl der des US-Konzerns Moderna. Ende Januar/Ende Februar wird der Wirkstoff von AstraZeneca (England) erwartet.

Wie wirkt die Corona-Impfung?

Der Corona-Impfung schleust einen kleinen Teil der Erbinformation (mRNA) des Corona-Virus in unseren Körper ein, der daraufhin selbst einen Teil des Virus produziert – und zugleich Abwehrzellen gegen das Corona-Virus bildet.

„Die Impfung konfrontiert den Körper nur mit einem kleinen genetischen Teil des Virus, der ihn nicht krank macht, aber dafür sorgt, dass er eine Immunantwort bildet“, erklärt Dr. Rolf Hömke vom Verband Forschender Pharmaunternehmen.

Wie muss der Impfstoff gelagert werden?

Der Biontech-Impfstoff muss bei minus 70 Grad lagern, um mindestens sechs Monate haltbar zu sein. Bei Kühlschranktemperaturen um die acht Grad hält er sich bis zu fünf Tage. Biontech hat angekündigt, die Stabilität des Impfstoffes auch bei Kühlschranktemperatur zu überprüfen. Der Impfstoff von Moderna hält sich dagegen monatelang bei Kühlschranktemperatur.

Kann ich trotz Corona-Impfung andere anstecken?

Noch unklar. Der Corona-Impfung schützt zu 95 Prozent vor einer Corona-Erkrankung. Aber: Es könnte sein, dass die Geimpften zwar selbst nicht erkranken, sich jedoch mit dem Virus infizieren und andere anstecken. Das muss in Langzeitstudien noch geprüft werden!

Werden auch Kinder geimpft?

Nein. Noch gibt es keine Studie zu Nebenwirkung bei Kindern. Geimpft werden soll ab 18 Jahren.

Wo wird geimpft?

Zunächst in Impfzentren der Länder. Der Bund hatte 60 Impfzentren gefordert. Nun steht fest: Bundesweit wird es mehr als 400 Zentren geben. In einigen Ländern solle zunächst in Kliniken und durch mobile Teams in Pflegeheimen geimpft werden.

Wie viele Ärzte haben sich bislang gemeldet?

Laut Umfrage (Stand: Freitagnachmittag) haben sich schon 19 084 Ärzte zum Impf-Dienst bei Kassenärztlichen Vereinigungen und Ländern gemeldet.

In Hamburg sind es mehr als 600, in Thüringen rund 900, in NRW etwa 5850 und in Niedersachsen 1431. In manchen Bundesländern ist es schwieriger, Personal zu finden (Ärztemangel): In Meck.-Pomm. haben sich erst 150 Ärzte gemeldet, in Sachsen-Anhalt dagegen mehr als 600, in Ba.-Wü. mehr als 2000.

Vielerorts helfen auch das DRK, THW und Bundeswehr aus: Generalarzt Dr. Johannes Backus: „Der Sanitätsdienst der Bundeswehr plant deutschlandweit mit bis zu 26 Impfstationen, die wir mit je 20 bis 25 Soldaten betreiben würden.“ Pro Tag könnten dort 18 000 Menschen geimpft werden.

Wie viele Personen kann ein Arzt täglich impfen?

Laut Gesundheitsministerium soll ein Arzt an einem Tag 96 Patienten impfen. Internist Dr. Thomas Aßmann: „Kaum zu schaffen. In der Theorie schafft man vielleicht 60 bis 70 Patienten am Tag, wenn die Aufklärung vorher gemacht wird.“

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