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Remdesivir - Das Medikament gegen Corona?

Was ist Remdesivir und wie wirkt es?

Optimistische Prognosen kommen jüngst vor allem aus den USA, wo der antivirale Wirkstoff Remdesivir mit großem Erfolg bei schwerkranken COVID-19-Patienten eingesetzt worden sein soll.

Erfolgreiche COVID-19-Therapie mit Remdesivir

Am Universitätskrankenhaus Chicago (USA) sind laut Medienberichten mehr als 100 schwer an COVID-19 erkrankte Patienten durch eine medikamentöse Therapie mit Remdesivir geheilt worden. Das berichtet das amerikanische Gesundheitsportal STAT. STAT beruft sich auf einen Mitschnitt und Teilnehmer einer Videokonferenz, bei der Ergebnisse dieser Studie besprochen worden seien.

Demnach laufen am Universitätskrankenhaus Chicago zwei Phase-III-Studien zur Erprobung der Behandlung mit Remdesivir. 125 Patienten seien in die Studie aufgenommen worden. Von den 113 schwer an COVID-19 erkrankten Studienteilnehmern hätten 111 das Krankenhaus nach einer Woche Behandlung mit Remdesivir verlassen können. 2 Patienten seien verstorben. Dem STAT-Bericht zufolge erhielten die Patienten täglich Infusionen. Weitere Details sind bislang nicht bekannt.

Keine offizielle Bestätigung der Ergebnisse

Weder das Krankenhaus noch der Remdesivir-Hersteller Gilead Sciences haben die Ergebnisse bislang offiziell bestätigt. STAT zitiert ein Statement von Gilead Sciences. Demnach wartet das Unternehmen auf Daten aus laufenden Untersuchungen. Zudem zitiert STAT Kathleen Mullane von der Universität Chicago. Laut der Virenexpertin handele es sich um ermutigende Ergebnisse, die jedoch mit Vorsicht zu genießen seien, weil die Studien keine Placebogruppe umfasst hätten.

Weitere Behandlungsversuche mit Remdesivir

Bereits Anfang April veröffentlichten Ärzte des Cesars-Sinai Medical Center in Los Angeles im New England Journal of Medicine eine kleine Auswertung von Behandlungsversuchen mit Remdesivir.

Demnach wurden Daten von 53 Personen aus den USA und Europa mit einem schweren Verlauf von COVID-19 ausgewertet. Bei 36 Patienten habe sich der Zustand durch die Therapie mit Remdesivir deutlich gebessert. Allerdings verschlechterte sich der Gesundheitszustand bei 8 Patienten und 7 Patienten verstarben während der medikamentösen Therapie.

Ist Remdesivir wirklich ein berechtigter Hoffnungsträger?

Remdesivir gilt bereits seit Beginn der Corona-Pandemie als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die medikamentöse Behandlung von COVID-19.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bereits Anfang April empfohlen, das Medikament bei schwerkranken COVD-19-Patienten einzusetzen. Und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) genehmigte früh Tests, um die Wirkung von Remdesivir bei schwerkranken Patienten zu überprüfen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordiniert die weltweite Solidarity-Studie, um die Wirkung von COVID-19 zu testen.

Trotz aller Forschung ist die Wirksamkeit bislang aber nicht so gut belegt, dass es eine Zulassung geben könnte. Derzeit hat das BfArM drei klinische Prüfungen genehmigt. Alle in diese Studien einbezogenen Patienten sind moderat bis schwer erkrankt und werden stationär behandelt. Auf der BfArM-Internetseite heißt es unter dem Stichwort „Klinische Prüfungen“: „Für Remdesivir gibt es bislang noch keine Zulassung für irgendeine Indikation."

Was ist Remdesivir und wie wirkt es?

Remdesivir ist ein sogenannter antiviraler Wirkstoff, der ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden war. Sars-CoV-2 und Ebolaviren zählen beide zu den sogenannten RNA-Viren. Sie heißen so, weil die Erbsubstanz dieser Viren aus Ribonukleinsäure (Englisch: Ribonucleic Acid) besteht. Remdesivir soll seine Wirkung entfalten, indem es Sars-CoV-2 daran hindert, seine Erbinformationen funktionsfähig zu vervielfältigen. Ohne Erbinformationen würde das Wachstum des Virus gestoppt.

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