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Mit diesen Tipps können Sie sich Tabletten sparen

Kopfschmerzen, Rücken, Diabetes

Nach dem Arzneimittelreport der Barmer Krankenkasse schlucken Menschen zwischen 60 und 65 Jahren durchschnittlich drei bis fünf Medikamente täglich. Lesen Sie hier, wie man gängige Krankheiten wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Diabetes ganz ohne Pille in den Griff bekommt.

Rücken

Fast 70 Prozent der Deutschen haben Rückenschmerzen – und jeder Dritte hat ein erhöhtes Risiko, dass die Schmerzen chronisch werden.

Auch deutsche Unternehmen bekommen das jetzt zu spüren. Mehr als jeder fünfte Kranke (21,2 %) meldete sich deshalb im vergangenen Jahr bei seinem Arbeitgeber krank, so eine Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit.

Symptome

Schmerzen im unteren oder oberen Rückenbereich, eingeschränkte Bewegung, möglicherweise Taubheitsgefühl.

Eingesetzte Wirkstoffe

Schmerzmittel NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika), Diclofenac, Ibuprofen, Opioide (in schweren Fällen) und Muskelrelaxantien oder Kortikoide.

Mögliche Nebenwirkungen

Erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen (Schlaganfall und Herzinfarkt), Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Magenblutungen), Suchtgefahr besonders bei Opioiden.

Alternativen

Akkupunktur, Physiotherapie, Kinesiotapes. Progressive Muskelentspannung, Muskeltraining.

Professor Ingo Froböse: „Wichtig ist, dass die Ursache des Rückenschmerzes bekämpft wird und die körperliche Inaktivität, die bei mehr als 80 Prozent der Betroffenen Auslöser des Rückenschmerzes ist, reduziert wird. Besonders „diagonale“ Bewegungen wie Gehen, Walken, Jogging, Radfahren und Kraulschwimmen helfen bei Schmerzen im Rücken. 20 Minuten täglich können schon helfen.“

Kopfschmerzen

Symptome

Schmerzen an Schläfen, Stirn, Hinterkopf, teilweise gepaart mit Unwohlsein und Übelkeit.

Eingesetzte Wirkstoffe

Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, bei chronischem Kopfschmerz oft auch Antidepressiva.

Mögliche Nebenwirkungen

Unter anderem Magengeschwüre, Müdigkeit und Antriebsschwäche.

Froböse: „Zu viele Kopfschmerztabletten können außerdem sogar selbst Kopfschmerzen verursachen, das nennt man dann einen sogenannten Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz.“

Alternativen

Bei Kopfschmerzen an Schläfen und Stirn pro Seite drei Tropfen Pfefferminzöl auf die Schläfen einmassieren. Bei Beschwerden, die vom Nacken kommen, helfen leichte Dehnübungen (z.B. den Kopf langsam von links nach rechts bewegen, dabei die jeweilige Schulter nach unten ziehen).

Der Wissenschaftler: „Haben Sie morgens Kopfschmerzen, trinken Sie ein großes Glas Wasser, um den Flüssigkeitsverlust der Nacht auszugleichen.“

Und: Wer stundenlang vor dem PC sitzt, sollte alle Stunde eine fünfminütige Steh- und Gehpause einlegen. Froböse: „So lockern sich die Muskeln im Körper, Verspannungen werden gelöst.“

Arthrose

Symptome

Die Gelenke schmerzen, sind geschwollen und fühlen sich warm an, egal ob man sich bewegt oder nicht. Ursache dafür ist eine nicht mehr intakte Knorpelschicht zwischen den Gelenken, die dafür sorgt, dass diese bei Bewegung nicht aufeinanderreiben.

Eingesetzte Wirkstoffe

Schmerzmittel und Salben mit NSAR, Paracetamol, COX-2-Hemmer, Opioide, Kortisoninjektionen, Hyaluronsäure-Injektion direkt in die Gelenke.

Mögliche Nebenwirkungen

Nebenwirkungen der Cortisonpräparate können Bluthochdruck, Osteoporose und Kortison-Diabetes, also eine medikamentös bedingte Zuckerstoffwechselstörung sein.

Ingo Froböse: „Die Nebenwirkungen reichen bei allen Medikamenten von einer Veränderung der Blutgerinnung, einem erhöhten Asthmarisiko, erhöhter Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall bis hin zu Magenblutungen.“

Alternativen

So viel Bewegung wie möglich! Sie sorgt dafür, dass ausreichend Gelenkschmiere gebildet wird, die den Knorpel ernährt, so Arthrose minimiert. Der Experte: „Sportarten wie Radfahren oder Aqua-Jogging sind hier optimal. Zusätzlich wirkt Bewegung auch noch entzündungshemmend.“

Und: Achten Sie auf Ihre Ernährung. Gut sind viele Omega-3-Fettsäuren (unter anderem in Leinöl, Leinsamen, Walnüssen) und Schwefel (enthalten in Eiern, Milch, Käse). Gegen die akuten Schmerzen hilft Akkupressur.

Diabetes Typ 2

Symptome

Meist hat die Zucker-Stoffwechselerkrankung (fördert unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall) erst einmal keine Symptome, wird bei Untersuchungen oft nur zufällig entdeckt. Erste Anzeichen können aber Schlappheit, schwaches Immunsystem und ständiger Durst sein.

Eingesetzte Wirkstoffe

Metformin bei leichter Zuckerkrankheit, Insulin-Spritzen bei fortgeschrittener Erkrankung.

Mögliche Nebenwirkungen

Magen-Darm-Probleme, Veränderung des Geschmackssinns, Muskelschmerzen, Unwohlsein und Kurzatmigkeit. Metformin reduziert den Vitamin-B12-Spiegel des Körpers, was zu Depressionen führen kann.

Alternativen

Die beste und wirksamste Methode ist eine grundlegende Änderung des Lebensstils. Froböse: „Studien belegen, dass eine Low-Carb-Diät, also eine Aufnahme von weniger als 60 g Kohlenhydrate pro Tag, Diabetes mindern kann.“ Vermeiden Sie außerdem süße Getränke wie Cola, Limo oder Eistee.

Der Experte weiter: „Da Muskulatur der beste Zuckerverwerter ist, gilt es, Muskelmasse durch zielgerichtetes Krafttraining aufzubauen. Muskeln verbrauchen nämlich dann auch in Ruhe rund um die Uhr den Zucker als Energie. Mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche und mindestens zwei bis dreimal pro Woche Muskeltraining.“

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Taschenbuch – 2. Oktober 2019
Ingo Froböse (Autor)

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