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Merkel kündigt Lockdown auch nach November an

Kommt jetzt der Dauer-Lockdown?

Eigentlich sollte der neue Lockdown in Deutschland bis Ende November „befristet“ sein. So stand es wörtlich im Beschluss der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin vom vergangenen Mittwoch. Doch am Montag, nur fünf Tage später, hörte sich das plötzlich anders an – und zwar von allerhöchster Stelle!

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) trat überraschend vor die Presse – und äußerte sich angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen weitaus vorsichtiger. „Wir werden zumindest politisch alles versuchen“, sagte sie, um die Schließungen „auf November zu begrenzen“.

Entscheidend sei, dass die Infektionszahlen an 7 aufeinander folgenden Tagen wieder unter 50 Corona-Fälle je 100 000 Einwohner sinke (derzeit 128). „Wir haben das Ziel, auf 50 wieder zu kommen“.

Aber: Es werde ebenso wie vorher auch dann weiter Beschränkungen geben. „Wir müssen gucken, wie wir durch die Wintermonate kommen. (...) Es wird am 1. Dezember nicht die Normalität einkehren, wie wir sie vor Corona kannten.“ Das Virus reagiere bei niedrigen Temperaturen „noch aggressiver“.

Sind jetzt Weihnachten und Silvester durch einen Lockdown in Gefahr?

In ihrer bisher emotionalsten Corona-Rede sagte Merkel, „es wird ein Weihnachten unter Corona-Bedingungen sein, aber es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein“. Deshalb müssten alle jetzt vernünftig sein, damit „wir uns zu Weihnachten mehr Freiheiten erlauben können“ – also auch den Besuch bei Verwandten.

Silvester werde ruhiger als sonst, so Merkel: „Dass es die großen, rauschenden Silvesterpartys gibt, glaube ich nicht.“

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) hatte am Sonntagabend im BILD Talk „Die richtigen Fragen“ verkündet, dass es Silvester-Partys dieses Jahr nicht so nicht geben werde.

Allerdings hatte die Bundesregierung mit ihrer frühzeitigen Ankündigung des neuen Lockdowns Party-Chaoten in vielen Städten Deutschlands am Wochenende geradezu animiert, in den November ohne Beachtung der Corona-Regeln hinein zu feiern.

In Berlin, Köln, Frankfurt, Hamburg, Kiel, Wuppertal und Pulheim kam es zu Groß-Partys mit Polizei-Einsätzen. Es waren potenzielle Superspreader-Events!

Corona Hotspots in Deutschland
Superspreader-Events

Merkel rechtfertigte die frühe Lockdown-Bekanntmachung aber damit, dass die Verwaltungen der Länder Vorlauf für entsprechende Verordnungen gebraucht hätten – und betroffene Unternehmen sich auf die erneute Schließung vorbereiten mussten.

Zusätzliche Sorgen bereitet der Bundesregierung  die Zahl noch verfügbarer Intensiv-Betten.

In der internen Regierungsschalte von Kanzleramtschef Helge Braun (48, CDU) mit den Staatskanzlei-Chefs der Länder hieß es, es stehe SCHLECHTER als gedacht.

Demnach täusche die von der Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI) ausgewiesene Anzahl freier Intensivbetten (Stand Montag: 7893). Einige dieser Betten stünden nur dann zur Verfügung, wenn andere Teile der Krankenversorgung gleichzeitig heruntergefahren würden.

Die Regierung will gegensteuern und fordert von DIVI, nur noch jene Betten als frei auszuweisen, die bei Aufrechterhaltung der kompletten Krankenversorgung einsatzbereit wär

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