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Wie gesund essen Kinder in Restaurants?

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig. Gleichzeitig nehmen Restaurantbesuche zu. Was bedeutet das für die Gesundheit der Kinder?

Über 60 Prozent der Familien in Deutschland gehen jeden Monat essen, 14 Prozent sogar jede Woche. Für viele Familien gehört Essengehen mittlerweile zum wöchentlichen oder monatlichen Ritual. Gesundheitspsychologin Prof. Dr. Jutta Mata erklärt, welchen Einfluss Restaurantbesuche auf Essverhalten und Gewicht der Kinder haben.

"Natürlich sind Schulkantinen, ist die Ernährung im Elternhaus wichtiger als eine Kinderspeisekarte. Trotzdem haben die Speisekarten einen Einfluss auf die öffentliche Gesundheit. Sie senden auch ein Signal: Wie kann Kinder-Ernährung aussehen? In einer Zeit, in der jedes dritte Kind in Europa übergewichtig ist und wir noch keinen Rückgang dieses Zustandes erlebt haben, müssen wir uns fragen: Wie können wir das ändern? Wir müssen alle Hebel drehen, um überhaupt etwas zu bewirken. Restaurantbesuche sind ein Weg, daran zu arbeiten." sagt Prof. Dr. Jutta Mata, Gesundheitspsychologin, Universität Mannheim

Speisekarten von 500 Restaurants untersucht

Also: Was essen Kinder in Restaurants? Das wollten Wissenschaftler der Universitäten in Heidelberg und Mannheim herausfinden. In einer Studie haben Forscher um Prof. Dr. Sven Schneider Kinderspeiskarten von 500 Gaststätten untersucht – und damit insgesamt etwa 1.800 Kindergerichte.

Das Angebot glichen sie mit den aktuellen Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Verpflegung von Kindern ab. Die DGE empfiehlt: Vollkornprodukte, Obst, Seefisch, Rohkost oder Salat, Milch oder Milchprodukte, Getreideprodukte oder unfrittierte Kartoffelprodukte, Gemüse, mageres Muskelfleisch.

Zu wenig Gemüse auf den Speisekarten

Auf den untersuchten Kinderspeiskarten fand sich kein einziges Gericht mit Vollkornprodukten und nur 94 Gerichte enthielten Obst (5 Prozent). Fisch und Rohkost oder Salat gab es in etwa 10 Prozent der Gerichte, Fleisch oder Gemüse bei über 30 Prozent.

"Ein Drittel der Gerichte enthält Gemüse. Das heißt, zwei Drittel haben überhaupt kein Gemüse – egal, ob mein Kind das mag oder nicht. Es ist gar nicht im Angebot."

Prof. Dr. Jutta Mata, Gesundheitspsychologin, Universität Mannheim

Immer wieder Pommes

Außerdem enthielten über 50 Prozent der untersuchten Kinderteller Pommes Frites oder andere frittierte Kartoffelprodukte. Jedes zehnte Gericht bestand sogar ausschließlich daraus. Und das Angebot beschränkte sich in rund 70 Prozent der Fälle auf die gleichen sechs Gerichte: Schnitzel oder Chicken Nuggets, Pommes, Nudeln mit Soße, Süßspeisen, Wurst, Burger.

Ein Problem dabei: Wenn das Angebot sich auf wenige Gerichte beschränkt, kann sich der Geschmackssinn der Kinder nicht weiterentwickeln.

Die Forscher urteilen also: Das Angebot in Kinderspeisekarten ist nicht ausgewogen. Sie bemängeln die hohe Energiedichte und niedrige Nährstoffdichte der Gerichte. Diese sind zudem oft hochverarbeitet und beinhalten niedermolekulare Kohlenhydrate - wie zum Beispiel Weißmehl im Teig. Bei den frittierten Speisen nehmen Kinder dann noch gesättigte Fettsäuren auf.

Zu viel Fett, Salz, Zucker

Die Angebote in Restaurants für Kinder sollten also verbessert werden. Bisher enthalten sie zu viel Salz, Fett und Zucker – so fasst Prof. Dr. Jutta Mata die Ergebnisse zusammen. Wie aber sieht eine ideale Kinderspeisekarte aus?

Eine weitere Anregung: Gesunde Gerichte sollten auf den Speisekarten besonders betont werden, zum Beispiel mit Hilfe einer Figur oder durch eine prominente Platzierung. Restaurants könnten diese Gerichte auch günstiger anbieten und damit zusätzlich attraktiver machen.

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32 Kommentare

  1. Ja und was isst man denn als Erwachsener? Wohl auch nicht nur Salat oder? Und dann sollen die Kinder einen gemüseteller essen während wir uns daneben schweinebraten und co. reinpfeifen. Seh ich garnicht ein😅 Außerdem geht man ja nicht täglich zum Essen und wenn dann möchte ich mal etwas anderes essen, zuhause essen wir ziemlich gesund und gemüselastig, dann ist es doch nicht so schlimm wenn das Kind da mal Pizza oder Pommes isst😊

  2. Diese Kinder wählen das, was sie von zu Hause kennen. Mit meinem Kind war Restaurantbesuch immer ein Problem. Es hatte früh selber beschlossen, kein Fleisch zu essen. Pommes und Co. mochte es auch nicht. Kinderkarte war daher unbrauchbar. Also musste aus Beilagen was zusammengestellt werden. Leider sind diese selten lecker und hochwertig :(. Wer gesund essen möchte, sollte auf gutbürgerliche Restaurants verzichten. Da gibt es halt nur Fleisch, Fett und Kohlehydrate. Frisches Gemüse und kreative Küche ist dort unbekannt.

  3. Sorry aber das mit dem gesund ist ja bissl deppat es gäbe ja auch was gesundes und das sind halt einfach Kinder ich persönlich gehe auch nirgends zum Essen und bestell dann n gemüseteller

  4. Man geht ja nicht täglich auswärts Essen und da darf es auch mal ungesundes Essen sein. In meiner Kindheit gab es Zuhause das gesunde Essen, was nicht immer so lecker war und draußen gab es dann schön was ungesundes. Ich durfte dann auch Cola trinken. Besonders schön war es, wo es dann nicht mehr das Happy Meal war, sondern ein großes Menü.
    Ich verstehe auch warum die Eltern da keine Diskussion mit dem Kind anfangen wollen, wenn man dem sagt dass es keine Pommes gibt.

    Ein Restaurant was nur gesundes Essen anbieten würde, würde deutlich weniger Kinder da haben oder es würde schreiende Kinder geben. Natürlich sollte man auch gesunde Sachen anbieten. Ein Trick wären Menüs. Wenn es als Hauptgang was ungesundes gibt, gibt es als Nachtisch etwas gesundes und natürlich auch anders herum. Das Menü kann man schön mit Bildern zeigen. Natürlich kann man auch austauschen, aber das steht dann auf der Seite, wo es keine netten Bilder gibt.

  5. Meine Mutter hat immer gesagt: “Kind, du musst nicht alles mögen, aber alles probieren.“ Ganz unverständlich finde ich Leute, die im Urlaub zu Mcs laufen, anstatt die ausländischen Küchen zu genießen.

  6. Bei der Pose von dem Göre war ich raus, sorry, aber egal wie lustig ihr sein wollt, so ein scheiß muss man nicht promoten.
    Ja wir wissen Bayern will Hipp und Cool sein, sowas aber nein...

  7. Bebilderte Speisekarten sind großartig! Dann können sich die Kids selbst was aussuchen und sind viel experimentierfreudiger. Zum Glück kann man in den meisten Restaurants von allem auch kleine/Senioren Portionen bestellen. Auf den Speisekarten ist die Auswahl doch meistens riesig und man findet immer was für jede Vorliebe. Klar, Chickennuggets, Pommes und Ketchup gibt's auch manchmal. Die Abwechslung macht's. Unser Nachwuchs geht am liebsten zum Running Sushi. Keine Wartezeit (super mit Kindern) und man kann sich immer genau das nehmen worauf man als nächstes Lust hat. Das Ausprobieren fällt einem auch viel leichter. Sind ja keine riesigen Portionen, die evtl. nicht gegessen werden. Ist immer lustig die anderen Gäste zu beobachten, wenn vom Nachwuchs Unmengen an Edamame (Bohnengemüse) verdrückt wird. 😉 Einfach mal über den Tellerrand schauen und den Kids nicht unreflektiert die sogenannte "Kinderkarte" aufdrücken.

  8. Ernährung ist doch zum Großteil Gewöhnung, denke ich. Zumindest was Kinder anbelangt. Schade, dass sich scheinbar so wenige Menschen mit einer gesunden Ernährung befassen. Dogmatisch sollte es natürlich nicht sein, aber bewusst.

  9. ganz ehrlich wenn ich schon zum italiener o.ä. essen gehe steht es doch vollkommen auser frage wenn das kind /die kinder pizza oder nudeln haben wollen dafür geht man doch essen, gemüse kann ich auch zuhause kochen und dann lieber ne vernünftige pizza vom italiener als den ganz billigen fertigmüll
    klar wenn dabei ein beilagen salat ist wird der mitgegessen nur man geht ja nicht täglich essen und da darf es gerne ne pizza oder pommes rot weis mit schnitzel sein da sehe ich garkeine probleme
    die wo hier am meisten schreien das die kinderkarten ja soooooooo ungesund sind haben warscheinlich selber nur fertigmist im kühlschrank oder wissen nicht wie man gesund kocht
    also von dem her, wir gehen ca alle 2 monate mal essen und da dürfen die kidis essen was ihnen gerade persönlich am besten schmeckt, machen wir doch auch so, und bei uns wird zusammen entschieden wo wir hingehen, wir sind 2 erwachsene 2 kinder, mein mann meine älteste und ich gehen am liebsten zum chinesen, meine jüngste hingegen lieber zum italiener, da wird sich auch abgewechselt das jeder mal das bekommt was er am liebsten isst, und wenn doch was über bleibt wird es eingepackt und wird zu abend oder am nächsten tag noch gegessen dann hat man sogar noch mehr davon 🙂

    das macht meine jüngste gerne, von der menge her schafft sie eine kinderpizza sie ist nur da so flink das sie sich immer eine normale bestellt um danach noch was davon zu haben - recht hat sie und es sei ihr vergönnt 🙂 - warum auch nicht so hin und wieder ne vernünftige pizza hat noch niemanden geschadet 🙂

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