Die häufigsten Krebsarten

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Die häufigsten Krebsarten in Deutschland

58.000 Frauen erkranken jährlich in Deutschland an Brustkrebs, 60.100 Männer an Prostatakrebs. Damit sind das die häufigsten Krebserkrankungen.

Hier finden Sie die Krebsarten im Überblick, die in Deutschland am meisten vorkommen sowie ihre Überlebensraten.

Die Häufigkeit der Erkrankungen steht nicht in Zusammenhang mit den häufigsten Krebstodesarten. Die meisten Männer sterben jährlich zum Beispiel am Lungenkrebs, obwohl der seltener vorkommt als der Prostatakrebs.

Auch sagt das Zahlenmaterial nichts über individuelle Überlebensraten aus. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem das Stadium der Tumoren, wenn sie entdeckt werden sowie die eigene körperliche und psychische Verfassung insgesamt.

Beim Krebs spricht man nicht von Heilungschancen, sondern rechnet in Fünf-Jahres-Überlebensraten. Die liegen im günstigsten Fall – bei Lippenkrebs, Hodenkrebs, Prostatakrebs und dem malignem Melanom der Haut bei 90 Prozent. Im schlechtesten Fall, bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, unter zehn Prozent.

Insgesamt liegt die Überlebensrate bei Krebs für die Frauen zwischen 61 und 62 Prozent und für die Männer zwischen 54 und 57 Prozent.

Krebsarten im Überblick

Prostatakrebs

Prostatakrebs ist mit 65.000 Neuerkrankungen jährlich der häufigste bösartige Tumor bei Männern. Etwa 12.100 Männer sterben pro Jahr daran.

5-Jahres-Überlebensrate:
Zwischen 83 und 94 Prozent

Risikofaktoren:
Ursachen ungeklärt, männliche Geschlechtshormone mit dafür verantwortlich, genetische Vorbelastung


Darmkrebs

Darmkrebs nennt man alle Krebserkrankungen, die den Dickdarm, den Mastdarm oder den After betreffen. Mit 16 Prozent ist sie die zweithäufigste Krebsart und mit 12 bis 14 Prozent auch die zweithäufigste Krebstodesursache.

5-Jahres-Überlebensrate:
Zwischen 53 und 63 Prozent

Risikofaktoren:
Übergewicht, Bewegungsmangel, ballaststoffarme und fettige Kost, viel Fleisch, wenig Gemüse, Alkohol, Tabak, erbliche Vorbelastung.

Vorsorge:
Ab dem 50. Lebensjahr kostenlos über die gesetzliche Krankenversicherung.


Lungenkrebs

Der Lungenkrebs ist in Deutschland sowohl für Männer als auch für Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. 32.500 Männer und 14.600 Frauen erkranken jährlich daran. Die Prognose für diesen Krebs ist nicht gut: 26 Prozent der erkrankten Männern und 12 Prozent der Frauen sterben daran.

5-Jahres-Überlebensrate:
Zwischen 13 und 17 Prozent bei Männern, zwischen 13 und 19 Prozent bei Frauen

Risikofaktoren:
Rauchen, Asbest- oder Radonbelastung; Obst und Gemüse wirken sich schützend aus.


Harnblasenkrebs

19.360 Männer und 8.090 Frauen erkranken daran jährlich. Die Todesraten nehmen seit 1980 bei den Frauen um 20 und bei den Männern um 40 Prozent ab.

5-Jahres-Überlebensrate:
Bei Frauen 70 Prozent, bei Männern 75 Prozent

Risikofaktoren:
Rauchen, Passivrauchen, Chemikalien (aromatische Amine), chronisch-entzündliche Schädigung der Blasenschleimhaut, familiäre Disposition


Brustkrebs bei Frauen

In Deutschland erkranken im Schnitt 58.000 Frauen an Brustkrebs. Im Schnitt sind die Frauen dann 64 Jahre alt. Seit 1990 geht die Zahl der Erkrankten, die an der heimtückischen Krankheit sterben deutlich zurück.

5-Jahres-Überlebensrate:
Zwischen 83 und 87 Prozent

Risikofaktoren:
frühe erste Regelblutung, Kinderlosigkeit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt sowie der späte Eintritt in die Wechseljahre, Einnahme der Pille, Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht


Nierenkrebs

Nierenkrebs wird mit Karzinomen des Nierenbeckens und des Harnleiters zusammengefasst. 10.050 Männer bekommen in Deutschland jährlich diesen Krebs und 6.440 Frauen.

5-Jahres-Überlebensrate:
Zwischen 65 und 75 Prozent

Risikofaktoren:
Rauchen, Passivrauchen, Übergewicht und Fettverteilung spielen bei Frauen eine Rolle


Eierstockkrebs

9.960 Frauen erkranken im Schnitt jährlich am Eierstockkrebs. Die Todesraten sind seit 1990 um 30 Prozent zurück gegangen.

5-Jahres-Überlebensrate:
Zwischen 35 und 49 Prozent

Risikofaktoren:
Frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre, Kinderlosigkeit, fehlende Stillzeit, Hormonersatztherapie, genetische Vorbelastung


Magenkrebs

Magenkrebs ist die achthäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die fünfthäufigste bei Männern. 10.620 Männer und 7.230 Frauen erkranken jährlich daran.

5-Jahres-Überlebensrate:
30 Prozent

Risikofaktoren:
Ernährungsgewohnheiten, insbesondere ein Mangel an frischem Obst und Gemüse und der häufige Verzehr stark gesalzener, gegrillter, gepökelter oder geräucherter Speisen scheinen von Bedeutung zu sein. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum gelten weiter als Faktoren.


Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt selten vor, ist aber eine Krebsart mit schlechtester Prognose. Jährlichen erkranken rund 6.380 Männer und 6.980 Frauen daran. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bei Männern für 6 Prozent, bei Frauen für 7,3 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich und damit die vierthäufigste Krebstodesursache.

5-Jahres-Überlebensrate:
Männer 5 bis 7 Prozent, Frauen 3 bis 8 Prozent

Risikofaktoren sind:
Rauchen, Übergewicht, Diabetes mellitus vom Typ 2.


Gebärmutterhalskrebs

Im Schnitt erkranken jährlich 5.470 Frauen zwischen ihrem 40. und 59. Lebensjahr an Gebärmutterhalskrebs. Die Sterberate sinkt seit den 80er-Jahren kontinuierlich. Diese Krebserkrankung geht zurück auf eine Infektion mit humanen Papillomaviren.

5-Jahres-Überlebensrate:
63 bis 74 Prozent

Risikofaktoren:
Rauchen, Passivrauchen, Infektionen im Genitalbereich mit anderen sexuell übertragbaren Erregern wie Herpes simplex-Viren oder Chlamydien, hohe Geburtenzahl, stark geschwächtes Immunsystem

Vorsorge:
Seit 2007 können sich Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren gegen zwei Arten von humanen Papillomaviren impfen lassen. Außerdem gibt es für alle Frauen eine jährliche Vorsorgeuntersuchung


Hodenkrebs

Im Jahr 2006 erkrankten in Deutschland nach RKI-Schätzung etwa 4.960 Männer an Hodenkrebs. Damit gehört Hodenkrebs mit einem Anteil von 2 Prozent an allen bösartigen Krebserkrankungen bei Männern zu den eher seltenen Krebsarten.

5-Jahres-Überlebensrate:
95 Prozent

Risikofaktoren:
Hodenhochstand, genetische Vorbelastung


Kehlkopfkrebs

3.430 Männer erkranken jährlich an Kehlkopfkrebs, bei den Frauen sind es 460.

5-Jahres-Überlebensrate:
Zwischen 58 und 76 Prozent

Risikofaktoren:
Rauchen, Alkohol, falsche Ernährung, in manchen Fällen berufliche Belastung – durch Asbest, Nickel, Kohlenwasserstoffe


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