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Beeinflusst der Vitamin-D-Spiegel den Verlauf von Covid-19?

Schon länger wird ein Zusammenhang zwischen dem Krankheitsverlauf von Covid-19 und dem Vitamin-D-Status der Patienten diskutiert. Einer neueren indonesischen Untersuchung zufolge, in der es um die Sterblichkeitsrate nach einer Coronavirus-Infektion geht, spielt der Vitamin-D-Mangel für die Prognose eine ganz wesentliche Rolle.

Indonesische Forscher haben in einer Fallstudie mit mehr als 380 Personen einen „deutlichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und dem Verlauf einer Covid-19-Erkrankung festgestellt“. Das ist in ihrem Bericht in der Online-Datenbank „Research Square“ nachzulesen.

Vitamin-D-Mangel und Sterberisiko bei Covid-19

In der Untersuchung sei es konkret um Patienten aus Italien, Spanien und der Schweiz gegangen, wo die älteren Menschen besonders häufig an einem erniedrigten Vitamin-D-Spiegel leiden sollen. „Dies ist auch die Bevölkerungsgruppe, für die Covid-19 die größte Gefahr darstellt“, heißt es in dem Abstract weiter.

Diese These wurde in der Untersuchung offenbar bestätigt. Von den Patienten, die mit einem Vitamin-D-Mangel diagnostiziert worden waren, sind der Auswertung zufolge 99 Prozent ihrer Covid-19-Erkrankung erlegen. Von den Betroffenen mit einem etwas höheren, aber immer noch unzureichenden Vitamin-D-Spiegel verstarben 88 Prozent.

Auffällig: Bei den Patienten mit ausreichender Vitamin-D-Versorgung lag die Sterberate offenbar bei nur vier Prozent. Die Forscher folgern daher, dass die Vergabe entsprechender Nahrungsergänzungsmittel einen Teil der Covid-19-Behandlung ausmachen sollte.

Zusammenhang von Vitamin-D-Spiegel und Gesundheit allgemein

Die Ergebnisse dieser Studie scheinen sehr eindeutig. Dennoch bleibt die Möglichkeit, dass der Vitamin-D-Spiegel weniger Einfluss auf die konkrete Covid-19-Erkrankung hat als auf die generelle körperliche Konstitution der Menschen.

„Vitamin D wird im Körper zu einem Hormon aktiviert, das Hunderte von Genen in unseren Zellen der verschiedenen Gewebe und Organe anschalten kann“, erklärte dazu in einem Interview Ernährungswissenschaftler Prof. Nicolai Worm. Einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung wird eine entsprechend große Bedeutung beigemessen, die (über die mentale Verfassung hinaus) diverse physische Prozesse unterstützen soll.

Stärkeres Immunsystem dank Vitamin D

Sowohl in der Schulmedizin als auch in der Naturheilkunde setzen Behandler vermehrt auf Vitamin-D-Substitution zur Stärkung der Abwehrkräfte. Wesentlich für den Wirkmechanismus soll dabei die verstärkte Produktion von Cathelicidin-Genen (kurz: CAMP) sein – „einem natürlichen Anti-Virus-Mittel“, wie in dem Zusammenhang Dr. Sarfraz Zaidi von der University of California dem US-Medium „Psychology Today“ erklärt. Er lege auch bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten, welche in den Fachbereich des Endokrinologen fallen, einen wesentlichen Fokus auf den Vitamin-Spiegel.

Auch darüber hinaus kann ein Mangel am lebensnotwendigen Vitamin D die Entstehung verschiedener Krankheiten mit potenzieller Todesfolge begünstigen. Umgekehrt erkranken Menschen mit einem hohen Vitamin-D-Gehalt im Blut seltener an z. B. Krebs. Das berichtete u. a. das „Ärzteblatt“.

Fazit zu Vitamin D und Covid-19-Verläufen

Die Empfehlung, nahrungsergänzend Vitamin D einzunehmen, sollte nicht (ausschließlich) von einer etwaigen Covid-19-Erkrankung abhängen, sondern vielmehr vom generellen Versorgungsstatus. Das Hormon ist wichtig für alle körperlichen Prozesse und die generelle Gesundheit. Inwieweit eine Substitution im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion eine Rolle spielen kann, wird sich weiterhin zeigen müssen.

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