Studie: Mediterrane Ernährung kann erektiler Dysfunktion vorbeugen

San Francisco Mnner, die sich gesund ernhren, erkranken im Alter seltener an einer erektilen Dysfunktion. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Studie in JAMA Network Open (2020; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.21701), die sowohl fr eine mediterrane Ernhrung als auch fr den in den USA empfohlenen Alternate Healthy Eating Index eine protektive Assoziation ermittelt.

Die erektile Dysfunktion wird heute auf die gleichen Strungen der Endothelfunktion zurckgefhrt, die auch fr die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sind. Die Potenzstrung hat deshalb dieselben Risikofaktoren, nmlich Rauchen, Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, Diabetes, Bluthochdruck, Hyperlipidmie und das metabolische Syndrom.

Diese Erkrankungen lassen sich nach Einschtzung von Ernhrungswissenschaftlern durch eine gesunde Ernhrung vermeiden. Ein Team um Scott Bauer von der Universitt von Kalifornien in San Francisco hat jetzt untersucht, ob eine gesunde Ernhrung Mnner vor einer erektilen Dysfunktion schtzen kann.

Grundlage waren die Daten der Health Professionals Follow-Up Study, die seit 1986 eine grere Kohorte von mnnlichen Angehrigen aus Gesundheitsberufen begleitet. Ein Schwerpunkt der Studie ist der Einfluss der Ernhrung auf die Gesundheit. Die Teilnehmer fllen hierzu alle 4 Jahre einen ausfhrlichen Fragebogen aus.

Die Forscher haben die Angaben zum einen mit einem Score zur mediterranen Dit (MDS) bewertet. Er vergibt jeweils 1 Punkt fr den berdurchschnittlichen Verzehr von Gemse, Hlsenfrchten, Frchten und Nssen, Getreide, Fisch und dem Verhltnis von mehrfach ungesttigten zu gesttigten Fetten. Punktabzge gibt es fr eine hhere Aufnahme von Milchprodukten sowie rotem Fleisch oder Wurstwaren und einem mehr als moderaten Alkoholkonsum.

Die zweite Einstufung erfolgte nach dem Alternative Healthy Eating Index (AHEI-2010), der auf einer Ernhrungspyramide des US-Landwirtschaftsministeriums beruht. Positiv bewertet werden auch hier eine hhere Zufuhr von Obst, Gemse, Vollkornprodukten, Nssen und Hlsenfrchten, mehrfach ungesttigten Fette und Omega-3-Fettsuren. Whrend eine hhere Aufnahme von rotem Fleisch und Wurstwaren, zuckerhaltigen Getrnken, Transfetten und Natrium zu Punktabzgen fhren. Gefordert wird auerdem ein nur moderater Alkoholkonsum.

Beide Scores liegen in ihren Empfehlungen nicht so weit auseinander, wie manchmal vermutet wird, und auch die Auswirkungen auf die Entwicklung einer erektilen Dysfunktion waren in der Studie hnlich.

Die 21.469 Teilnehmer, die in die Analyse einbezogen wurden, waren zu Beginn der Studie im Durchschnitt 62 Jahre alt. Whrend einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 10,8 Jahren entwickelten 9.464 Mnner eine erektile Dysfunktion. Mnner, die im MDS berdurchschnittliche hohe Werte erzielten, erkrankten seltener. Bauer ermittelt fr die Mnner unter 60 Jahren ein um 22 % vermindertes Risiko (Hazard Ratio 0,78; 95-%-Konfidenzintervall 0,66 bis 0,92). In der Altersgruppe zwischen 60 bis 69 Jahren war das Risiko um 18 % vermindert (Hazard Ratio 0,82; 0,76 bis 0,89) und im Alter ab 70 Jahren ging das Risiko um 7 % zurck (Hazard Ratio 0,93; 0,86 bis 1,00).

Beim AHEI-2010 war die protektive Wirkung bei den jngeren Personen (Alter unter 60 Jahren) am ausgeprgtesten. Das Fnftel mit dem hchsten Score erkrankte zu 22 % seltener an einer erektilen Dysfunktion (Hazard Ratio 0,78; 0,63 bis 0,97). In der nchsten Altersgruppe war die protektive Assoziation hnlich (Hazard Ratio 0,78; 0,69 bis 0,87). Im Alter ab 70 Jahren war sie etwas schwcher ausgeprgt (Hazard Ratio 0,89; 0,81 bis 0,99).

Auch wenn die Untersuchung eine protektive Wirkung nicht abschlieend beweisen kann, besttigt sie doch den Nutzen einer gesunden Ernhrung vor allem fr die jngeren Mnner. Die Assoziationen brigens unabhngig von anderen Risikofaktoren wie Body-Mass-Index, Rauchen, krperliche Aktivitt, Hyperlipidmie, Bluthochdruck, Depression und die Einnahme von Medikamenten. Eine gesunde Ernhrung knnte deshalb auch Mnnern nutzen, deren Blutdruck, Blutfette und Blutzucker bereits medikaments behandelt werden.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"