Endometriose: Solarien und Sonnenbrände könnten Erkrankungsrisiko erhöhen

Tucson/Arizona Frauen, die als Jugendliche oder junge Erwachsene hufiger Solarien aufgesucht und in der Freizeit fter Sonnenbrnde erlitten hatten, erkrankten im spteren Leben eher an einer Endometriose, wobei Frauen aus nrdlichen Staaten der USA ein hheres Risiko hatten als Bewohnerinnen der sonnenreicheren Sdstaaten. Dies zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie in Human Reproduction (2020; DOI: 10.1093/humrep/deaa280).

Eine Endometriose spielt sich unterhalb der Oberflche des Krpers ab. Schleimhautzellen der Gebrmutter, die sich in der Regel aus unbekannten Grnden auerhalb des Uterus angesiedelt haben, lsen im monatlichen Zyklus Unterleibsbeschwerden aus, da die Schleimhaut nicht mit der monatlichen Blutung aus dem Krper ausgestoen werden kann.

Ein Bezug der Endometriose zum Sonnenlicht erscheint auf den ersten Blick nicht plausibel. Frhere epidemiologische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Frauen mit einer Endometriose hufiger an einem kutanen Melanom erkranken. Leslie Farland von der Universitt von Arizona in Tucson hat den Zusammenhang jetzt an den Daten der Nurses Health Study II untersucht, die seit 1989 mehr als 115.000 Frauen begleitet.

Bei der ersten Untersuchung waren die Frauen gebeten worden, sich an die Sonnenbrnde ihrer Kindheit und Jugend zu erinnern, spter wurden sie auch nach dem Besuch von Solarien befragt. Fr beide Ereignisse, die mit einer erhhten Exposition mit UV-A verbunden waren, konnte Farland eine dosisabhngige Korrelation nachweisen.

Der hufige Besuch von Solarien whrend der High School- und College-Zeiten (6 Mal pro Jahr oder hufiger) war mit einem um 19 % erhhten Risiko auf eine sptere laparoskopische Diagnose einer Endometriose assoziiert. Die Hazard Ratio von 1,19 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,01 bis 1,40 signifikant. Frauen, die im Alter von 25 bis 35 Jahren 6 Mal im Jahr oder hufiger Solarien aufsuchten, hatten ein um 24 % erhhtes Risiko auf eine sptere Endometriose (Hazard Ratio 1,24; 1,12 bis 1,39).

Auch die Anzahl der Sonnenbrnde whrend der Pubertt und die Verwendung von Sonnenschutzmittel im Erwachsenenalter waren positiv mit dem Risiko einer spteren Endometriose assoziiert.

Dagegen litten Frauen, die in den Sdstaaten aufgewachsen sind, spter seltener an einer Endometriose. Eine hohe UV-Exposition am Geburtsort (Hazard Ratio 0,81; 0,72 bis 0,92), im Alter von 15 Jahren (Hazard Ratio 0,79; 0,70 bis 0,88) und im Alter von 30 Jahren (Hazard Ratio 0,90; 0,82 bis 0,99) war mit einem verringerten Risiko fr eine Endometriose verbunden.

Das sind auf den ersten Blick widersprchliche Ergebnisse. Farland versucht sie wie folgt auf einen Nenner zu bringen: Das Sonnenlicht enthalte einen hheren UVB-Anteil, der die Produktion von Vitamin D in der Haut frdere. Vitamin D unterdrcke proinflammatorische Reize und habe eine gnstige Wirkung auf die Immunfunktion. Dies knnte die schdliche Wirkung des UVA-Anteils in Solarien ausgleichen, der sich offenbar Frauen aus nrdlichen Regionen auf der Suche nach einem besseren Teint vermehrt aussetzen, was sich auch in der vermehrten Verwendung von Lichtschutzmitteln zeige.

Die Rolle von Vitamin D war bereits Gegenstand einer frheren Analyse der Nurses Health Study II. Damals stellte man fest, dass eine vermehrte Aufnahme von Vitamin D mit der Nahrung mit einem verminderten Risiko auf eine Endometriose verbunden war (American Journal of Epidemiology, 2013; DOI: 10.1093/aje/kws247).

Dennoch ist ein Zusammenhang lngst nicht bewiesen. Auch eine reverse Kausalitt ist denkbar. Frauen, die an einer Endometriose leiden, knnten ein gesteigertes Bedrfnis auf ein gesnderes Aussehen haben und deshalb eher geneigt sein, Solarien aufzusuchen, gibt der Herausgeber von Human Reproduction, Nils Lambalk von der Vrije Universiteit Amsterdam zu bedenken.

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