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Die besten Hausmittel gegen Krankheiten

Hilfe bei Halsschmerzen & Co - diese Hausmittel sollten Sie kennen

Halsschmerzen, Schnupfen oder Husten? Nicht immer muss es sofort die Chemiekeule sein! Welche Hausmittel gegen Krankheiten es gibt und gegen welche Beschwerden sie helfen, erfahren Sie auf dieser Seite.

Halsschmerzen

Der Name der Salbeipflanze leitet sich vom lateinischen Wort "salvare", also heilen, ab. Tatsächlich wirkt die Pflanze antibakteriell und hemmt das Wachstum von Viren und Pilzen. Zum antiseptischen Effekt kommen noch abschwellende und gefäßabdichtende Eigenschaften, das im ätherischen Öl enthaltene Thujon wirkt schmerzlindernd. Die Experten der Kommission E, einem Expertengremium für pflanzliche Arzneimittel, raten bei Mund- und Rachenentzündungen deshalb zum Gurgeln mit Salbeitee.

Rezept

  1. Einen Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen.
  2. Zehn Minuten ziehen lassen und den Tee abgießen.
  3. Mehrmals täglich damit gurgeln bis die Beschwerden abklingen.

Durchfall

Die "Karottensuppe nach Moro" ist ein altbewährtes, wenn auch etwas in Vergessenheit geratenes Hausmittel gegen Durchfall. Der deutsche Kinderarzt Ernst Moro entwickelte sie vor rund 100 Jahren und konnte dadurch die Rate an Kindern, die an Durchfallerkrankungen starben, drastisch reduzieren. Offenbar sind saure Oligosaccharide für die Wirkung mitverantwortlich: Im Laborversuch verhinderten sie, dass sich krankmachende Keime an die Darmwand anhefteten und regulierten so die Stuhlkonsistenz.

Rezept

  1. Für die Karottensuppe ein halbes Kilo Möhren schälen, zerkleinern und in einen Liter Wasser geben.
  2. Ein- bis eineinhalb Stunden köcheln lassen.
  3. Die Möhren durch ein Sieb pressen oder mithilfe eines Mixers pürieren.
  4. Die Gesamtmenge auf einen Liter mit Wasser auffüllen und einen knapp gestrichenen Teelöffel Kochsalz dazugeben.
  5. In kleinen Portionen essen.

Zahnschmerzen

In einer kleinen Studie verglichen Forscher die Wirkung von Gewürznelken mit der eines lokalen Betäubungsmittels, das direkt im Mund angewendet wird und gaben den Patienten im Anschluss zwei Spritzen. Tatsächlich empfanden die Studienteilnehmer die Nadelstiche als weniger schmerzhaft. Die "echte" Betäubung und das Nelkenöl hatten in etwa den gleichen Effekt; die in der Studie verwendeten Placebos richteten dagegen nichts aus. Die Experten der Kommission E schreiben der Nelke eine lokal betäubende Wirkung zu, die akute Zahnschmerzen lindern kann. Nelken wirken außerdem antiseptisch: Sie töten Bakterien, Pilze und Viren ab.

Anwendung

  • Einen Nelkenstängel auf den schmerzenden Zahn legen und warten, bis die Symptome nachlassen.
  • Ätherisches Nelkenöl wirkt ebenfalls schmerzstillend: Dafür ein paar Tropfen auf einen kleinen Wattebausch tröpfeln und auf den Zahn legen.
  • Die Behandlung mit Nelken ist lediglich eine Erste-Hilfe-Maßnahme. Bei Schmerzen gehen Sie besser so bald wie möglich zum Zahnarzt, damit der die Ursache des Problems behebt.

Ohrenschmerzen

Zu den altbekannten Hausmitteln gegen Schmerzen im Ohr zählt das Zwiebelsäckchen. Obwohl es keinen wissenschaftlichen Beleg für dessen Wirkung gibt, empfehlen es Ärzte meist dann, wenn Kinder betroffen sind. Der Zwiebel wird eine eine antibakterielle
Wirkung zugeschrieben. Ob und wie das die Symptome einer Mittelohrentzündung lindern kann, ist unklar.

Anwendung

  • Eine kleine Zwiebel zerhacken und in ein Baumwolltuch wickeln.
  • Das Päckchen einige Minuten auf einem Heizkörper wärmen und im Anschluss auf das schmerzende Ohr legen.
  • Mindestens 20 Minuten anwenden. Ein Stirnband sorgt für den nötigen Halt.

Träger Darm

Leinsamen enthalten Schleimstoffe, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen und so das Stuhlvolumen vergrößern. Ein Esslöffel Leinsamen kann in Verbindung mit Flüssigkeit auf das Vierfache seines Volumens anwachsen. Das führt zu einem Dehnungsreflex im Darm, der abführend wirkt. Auf diese Weise können Leinsamen Verstopfungen lindern oder einem trägen Darm auf die Sprünge helfen. Nach Einschätzung der Kommission E sind sie auch für Patienten geeignet, deren Darmtätigkeit durch übermäßigen Konsum von Abführmitteln bereits geschädigt ist. Das enthaltene Fett wirkt zusätzlich als Gleitmittel.

Anwendung

  • Morgens und abends je ein bis zwei Esslöffel Leinsamenschrot in Apfelmus, Milch oder Quark einrühren.
  • Die Speisen nach Belieben mit einem Teelöffel Honig süßen.
  • Über mehrere Wochen und Monate anwenden, die Behandlung erfolgt langfristig. Eine Wirkung stellt sich oft erst nach einigen Tagen ein.
  • Leinsamen können unter Umständen die Aufnahme von Arzneistoffen beeinträchtigen. Es ist daher sinnvoll, zwei bis drei Stunden Abstand zwischen den Einnahmen zu halten.
  • Allgemein empfiehlt es sich, im Fall einer Verstopfung viel Wasser zu trinken.

Unruhe und Einschlafstörungen

Den Blüten des Lavendelstrauchs wird eine allgemein beruhigende Wirkung nachgesagt. Diese Einschätzung teilen auch Wissenschaftler: Die Kommission-E-Experten empfehlen Lavendel gegen Unruhezustände und Einschlafstörungen. Für den Effekt verantwortlich ist offenbar das ätherische Blütenöl. Es entspannt das zentrale Nervensystem und beruhigt die Atemwege.

Anwendung

  • Eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen sechs bis zehn Tropfen Lavendelöl in etwas Sahne einrühren und ins warme, nicht zu heiße Badewasser geben. Eine Temperatur von 37 Grad ist ideal.
  • Als Alternative empfehlen sich getrocknete Lavendelblüten: 50 bis 60 Gramm mit einem Liter siedendem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und in das Badewasser gießen.
  • Nicht länger als 15 Minuten baden. Im Anschluss ruhen.

Nagelbettentzündung

Zu Entzündungen kommt es meist im Bereich der Nägel, wenn diese in die Haut einwachsen und Druck auf das Gewebe ausüben. Bei den ersten Anzeichen bringt ein Kernseifenbad Linderung: Es wirkt leicht antibakteriell und hemmt die Entzündung. Außerdem weicht es die Haut auf, was zu einer Entlastung der gereizten Stelle führen kann.

Rezept

  1. Von einer Kernseife einige Stücke abhobeln und in eine Fußbadewanne geben.
  2. Mit heißem Wasser aufgießen, vorsichtig umrühren und kurz abkühlen lassen.
  3. So lange baden bis die Haut schön weich ist.
  4. Bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen.

Grenzen von Hausmitteln

Die Grenzen der Hausmittel liegen in der Schwere der Erkrankung. Starke Schmerzen, hohes Fieber, Bewusstseinsstörungen, großer Blutverlust, Brüche und starke Entzündungen sind Symptome, die einem Arzt vorgestellt werden müssen.

Die Anwendung der unterschiedlichen Mittel sollte immer nach der vorgeschriebenen Vorgehensweise vollzogen werden, um ungewünschte Reaktionen, wie Allergien, Störungen des Kreislaufes oder Fehlregulationen der Körpertemperatur auszuschließen. Zu beachten ist, dass auch pflanzliche Heilmittel Nebenwirkungen verursachen.

So kann z.B. Johanniskraut, das bei Depressionen hilft, die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen und Eukalyptus in hoher Dosis zu Übelkeit führen. Schwangere und stillende Mütter sowie Kinder sollten selbst bei der Anwendung von erprobten Heilmitteln individuell Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

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